Text-Bild-Ansicht Band 67

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Vorschlag zur Verhütung des Zusammenstoßens von Dampfbooten.

Hr. Capitän Georges Smith hat einen sehr sinnreichen Apparat angegeben, welcher bei dichtem Nebel die Annäherung eines Dampfbootes ankündigt. Derselbe besteht aus nichts weiter als aus einer Art von Amboß, auf den ein Hammer alle zehn Secunden je nach der Richtung oder Geschwindigkeit des Fahrzeuges eine bestimmte Anzahl von Schlügen vollbringt. Auf Flüssen würde eine ganz einfache Signalisirung dieser Art genügen. Dasselbe Verfahren wäre auch auf die Eisenbahnen anwendbar, indem man die Wagen nur mit einer Trompete auszustatten brauchte. (Mémorial encyclopédique. August 1837.)

Das Dampfboot Gorgon.

Das neue Dampfboot Gorgon ist das größte, welches die königl. großbritannische Marine besizt. Seine Länge beträgt 210 Fuß, zwischen den beiden Senkrechten 179 Fuß; in der Breite mißt es 37 Fuß 6 Zoll; das Werdet hat aber mit den zu beiden Seiten befindlichen Brüken 47 Fuß 6 Zoll Breite; seine Tiefe ist 22 Fuß 9 Zoll. Es trägt eine Reihe 36 Pfünder, zwei große 84 Pfünder, und an jedem Ende auf dem Verdeke Drehbassen, welche einen Bogen von 290° beherrschen. An Vorräthen faßt es den Kohlenbedarf für 20 Tage, und sechsmonatlichen Proviant und Munition für 4000 Mann, welche nebst den 136 Mann Schiffsequipage eingeschifft werden können. Das ganze Schiff ist nach den Angaben des Sir William Symonds gebaut. Die Maschinen, welche mit 320 Pferdekräften arbeiten, sind aus der Fabrik der HH. Seaward und Comp. und mit den Patentschiebventilen dieser Herren, welche an den Dampfbooten nunmehr allgemein in Anwendung kommen, ausgestattet. Die (Zylinder haben 64 Zoll im Durchmesser; die Räder 26 Fuß. Die Kessel bestehen ganz aus Kupfer; sowohl sie, als auch die Cylinder, so wie alle verwundbaren Theile der Maschine befinden sich 4 Fuß unter der Wasserlinie, und zu beiden Seiten sind sie durch eine 7 Fuß dike Steinkohlenlage gegen das Eindringen von Schüssen geschüzt. (Mechanics Magazine, No. 744.)

Neue Ruderräder für Dampfboote.

Die HH. Dr. C. Rice, Prof. A. Hermage in Emmetsburg und Prof. J. Gilmeyer in Baltimore haben zusammen ein Patent auf eine neue Art von Ruderrädern genommen. Die gewöhnlichen Ruderräder treffen das Wasser unter einem Winkel von 36 bis 37°, woraus folgt, daß ein großer Theil der Dampfkraft auf die Hauptkurbel wirken muß, um den Widerstand des Wassers zu überwinden. Durch dieses Widerstreben zweier Kräfte entsteht nothwendig eine Erschütterung, die den Passagieren sehr lästig und dem Fahrzeuge sehr nachtheilig ist. Die neuen Räder hingegen treffen das Wasser senkrecht, wodurch diese Erschütterung verhütet wird, und wodurch sie auch auf die Canalschifffahrt anwendbar werden. Sie sind an Kurbeln oder Zapfen angebracht, und laufen excentrisch um. Alle die Kraft, welche an den gewöhnlichen Rädern verloren geht, findet hier eine Nuzanwendung, so daß bei einem um den dritten Theil geringeren Verbrauch an Brennmaterial eine um eben so viel größere Geschwindigkeit erzielt werden kann. (Mémorial encyclopédique. Oktober 1837, S. 594.)

Beslay's Maschine zum Poliren von Obelisken u. dergl.

Hr. Beslay hat zum Poliren der Obelisken in Paris eine Maschine geliefert, welche ihrem Zweke sehr gut entspricht. Die Maschine hat einen Frimot'schen Dampfkessel, der gegen die Explosionen, die durch Trokenlegung und Ueberhizung der Kesselwände entstehen, geschüzt ist. Der Kessel steht senkrecht, und taucht nur mit seinem unteren Ende in den Herd. In seinem Inneren befinden sich gewölbte Platten, welche mit Röhren communiciren, und welche dazu bestimmt sind, das Wasser, welches allenfalls emporgehoben werden könnte, aufzuhalten und gegen die Basis zurükzuführen. Versuche haben gezeigt, daß das Wasser bis auf den lezten Tropfen immer wieder auf den Boden zurükgeführt, und daß der Kesselhoden nur dann angegangen wird, wenn gar kein Wasser mehr im Kessel