Text-Bild-Ansicht Band 67

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Chandelet's Knöpfe.

Hr. Chandelet ist der Erfinder einer neuen Art von Knöpfen, welche man für sich ohne Nadel und Faden und ohne alle Beihülfe ansezen und abnehmen kann. Sie eignen sich für (Zivil- und Militärtracht, für Cocarden, an Müzen, Tschakos, Patrontaschen, Wehrgehänge, für Schuhe anstatt der Schnallen, und eben so auch zur Befestigung der kostbarsten Knöpfe an Hemden: kurz überall, wo etwas nach Art eines Knopfes befestigt werden soll. Die Befestigung selbst geschieht mittelst einer kleinen Schraube, so daß sie mit größter Leichtigkeit angesezt und abgenommen werden können. (Journal des connaiss. usuelles. Jun. 1837, S. 279.)

Dronsart's sogenannte Philippine zu Hüten, Tapeten etc.

Hr. Dronsart ist der Erfinder eines Stoffes, dem er den Namen Philippine beilegte, und den er zu Hüten, Tapeten und anderen Zweken bestimmt. Man bestreicht, um sich ihn zu verfertigen, ein Blatt Velinpapier mit Kleister, und tragt auf dieses eine Mischung aus Holz und Papier oder auch aus verschiedenen anderen in Streifen geschnittenen Stoffen aus. Diesen Streifen kann man beliebige Farben und sowohl mit Hülfe der Lithographie, als auch mit Hülfe des Kupferstiches verschiedene Dessins geben. Ist das Präparat bis auf gehörigen Grad getroknet, so läßt man es durch Cylinder laufen oder erhaben pressen, wo es dann in den Handel gebracht, und zu allen Jahreszeiten zu verschiedenen Dingen verarbeitet werden kann. Es verbindet Leichtigkeit mit einem bedeutenden Grade von Dauerhaftigkeit. Um dem Stoffe noch mehr Elasticität und Dauerhaftigkeit zu geben, kann man das Papier, auf das die Streifen geklebt werden, zuerst auf mehr oder minder feines Flechtwerk und auf Baumwoll- und Leinenzeuge leimen. (Journal des conn. us. Jun. 1837, S. 278.)

Verwendung der Kinder in den englischen und französischen Fabriken.

In den englischen Baumwollwaarenfabriken kommen auf 100 Individuen 3 von einem Alter von 8 bis 12 Jahren, 9 von 12 bis zu 13 Jahren, und 30 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Wollwaarenfabriken kommen auf 400 Individuen 6 von einem Alter von 8 bis zu 12 Jahren, 12 von 42 bis zu 13 Jahren, und 30 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Leinenwaarenfabriken kommen auf 100 Individuen 4 in einem Alter von 8 bis 12 Jähren, 12 von 12 bis zu 13 Jahren, 36 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Seidenwaarenfabriken hat 1/5 der verwendeten Individuen nicht über 12 Jahre, 8 Proc. kommen auf die Altersclasse von 12 bis 13 und 30 Proc. auf die Altersclasse von 13 bis 18 Jahren. Man beschwerte sich einst über die große Unreinlichkeit, die in den Fabriken herrschte, und über die große Mortalität, welche zuweilen unter den jugendlichen Arbeitern einriß; heutzutage ist die Reinlichkeit in den englischen Fabriken nicht nur auf den höchsten Grad getrieben, sondern man findet in den meisten derselben sogar eine luxuriöse Eleganz. In den meisten größeren Fabriken bestehen eigene Schulen für Mädchen und Knaben, für die Arbeiter sind kleine Bibliotheken in denselben angelegt; jeden Sonntag werden denjenigen, die eine ausgezeichnete Aufführung pflogen, Preise zuerkannt. Den älteren Arbeitern ist strenge untersagt, in Gegenwart der Kinder unsittliche Gespräche zu führen, und es bestehen eigene Strafen hiefür. Im Laufe von 20 Jahren (nämlich vom Jahr 1811 bis 1831) ist die Zahl der dem Akerbau sich widmenden Familien in England von 35 auf 28 Proc. gefallen; während die Zahl der der Handelsclasse angehörigen Familien bis auf 27 Proc. gestiegen ist. – In Frankreich hat man über alle diese Punkte, über die Zahl der in den Fabriken verwendeten Kinder, und über die Zahl der Stunden, während denen man sie zur Arbeit anhält, keine so genauen Daten. Die im Jahre 1834 angestellte Handelsuntersuchung ergab bloß, daß die Kinder in den meisten französischen Baumwoll, Wollen- und Seidenwaaren-Fabriken von 6 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends arbeiten, wobei ihnen für die Mahlzeiten 2 Stunden frei gelassen werden. Im mittleren Durchschnitte verdienen sie 10 bis 12 Sous des Tages, und dabei sind sie beinahe in allen Dingen schlechter daran, als in den englischen Fabriken. In den Galicofabriken in Nouen besteht beinahe der vierte Theil der Verwendeten aus Kindern. (Aus dem Temps.)