Text-Bild-Ansicht Band 67

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Grundy's Wollenwaarenfabrik.

Der größte Saal in einem Fabrikgebäude Englands und wahrscheinlich in Europa dürfte sich in der Wollwaarenfabrik der HH. T. und E. Grundy in Heapbridge bei Bury befinden. Er hat nicht weniger als 85 Yards Länge, 75 Yards Breite, aber nur 12 Fuß Höhe. Er ist von 253 Säulen, von denen einige auch Räderwerke tragen, gestüzt. Man zählt darin 65 große und 253 Gewölbfenster. Es laufen 672 Fuß Dampfröhren durch ihn, und gegen 2688 Fuß Gestäng sind in ihm in Bewegung. An Maschinen enthält er 8 der größten Kardätschmaschinen, die es gibt; 8 riesenhafte Vorspinnmaschinen, 40 Mulen, und 200 Webstühle. Alles dieß erhält seine Bewegung durch eine Maschine von verhältnißmäßig geringer Kraft. Die Beleuchtung geschieht durch 450 Gasschnäbel. (Mechanic's Magazine, No. 743.)

Ueber eine neue goldartige und anstatt der Verzinnung anwendbare Legirung.

Das Mémorial encyclopédique entnimmt aus dem Franklin Journal, daß ein Metallarbeiter in Leghon in den Vereinigten Staaten eine Legirung entdekt habe, welche dem Golde auf das Täuschendste ähnlich ist. Die Mischung, welcher der Erfinder den barbarischen Namen Artimomantico beilegte, gleicht sowohl in der Farbe als im Gewichte einem Golde zu 18 Karat, und man kann selbst eine Legirung erzielen, die von dem reinen Golde nur auf dem Probirsteine zu unterscheiden ist. Das Pfund davon kostet im Fabrikpreise nur 18 Fr.; von den daraus verfertigten Knöpfen kommen 10 Duzend auf einen Dollar; und die daraus gearbeiteten Tabatieren werden von Jedermann für goldene angesehen. – Die zweite Legirung, von der dasselbe Journal spricht, eignet sich hauptsächlich zum Ueberziehen von Eisen, um es gegen Rost zu schüzen; sie ist leicht anwend. bar, wohlfeil, und dringt in das Eisen ein, ohne dieses dabei härter oder spröder zu machen. Vier Unzen dieser Legirung reichen zum Ueberziehen einer eisernen Bettstelle hin, und 8 Unzen kommen auf einen Dollar zu stehen. ES soll sich bereits eine Gesellschaft gebildet haben, welche mit einem Capitale von 100,000 Dollars arbeitet, und welche sich verspricht das gewöhnliche Weißblech in Kürze vom Markte zu verdrängen. Die von ihr gelieferten Bleche lassen sich ganz wie Weißblech arbeiten.

Ueber den Diamant und dessen Anwendung zu optischen Zweken.

Hr. D. Brewster, der schon früher aus optischen Erscheinungen den vegetabilischen Ursprung des Diamant nachzuweisen versuchte, stellte neuerlich die Vermuthung auf, daß dieser äußerst harte Körper ursprünglich weich wie Gummi gewesen seyn dürfte. Den ersten Anlaß zu dieser Vermuthung gab ihm die Beobachtung eines Diamant, in welchem sich eine Luftblase befand; denn indem er durch diesen polarisirtes Licht fallen ließ, bemerkte er rings um die Blase herum vier leuchtende, durch ein schwarzes Kreuz geschiedene Sectoren: eine Erscheinung, die seiner Meinung nach nur erklärt werden kann, wenn man annimmt, daß die Dichtheit des Diamant vom Mittelpunkte gegen den Umfang zu eine verschiedene, und in der Nähe der Blase, die eine Compression ausgeübt haben muß, eine größere war. Eben so will Hr. Br. an mehreren Diamanten kohlige zwischen deren Schichten gelagerte Theilchen bemerkt haben. Endlich trug er vor der lezten Versammlung der British Association in Liverpool eine Abhandlung vor, in der er darauf aufmerksam macht, daß man an dem Diamant nach einer bestimmten Richtung eine Menge sehr dünner paralleler Linien bemerkt, die ihn zu mikroskopischen Zweken unbrauchbar machen. Diese Schichten, deren er an einer Linse von 1/30 Zoll im Durchmesser mehrere hundert zählte, hält er für eben so viele Schichten von verschiedener Dichtheit, und diesen schreibt er auch die Verdoppelung der Bilder, welche dergleichen Linsen geben, und die man für eine Wirkung der doppelten Strahlenbrechung hielt, zu. Er glaubt hienach auch, daß, wenn man die Diamantlinsen parallel mit diesen Schichten oder so arbeiten würde, daß deren Achse auf den Schichten senkrecht stünde, diese lezteren keinen nachtheiligen Einfluß mehr üben würden. Diese verschiedene Dichtheit der Schichten ward von Sir Br. bisher noch an keinem anderen Minerale beobachtet: nicht ein Mal an