Text-Bild-Ansicht Band 67

Bild:
<< vorherige Seite

und dem Kasten, vorausgesezt, daß man nicht vorzieht, ein eigenes Gebläse hiezu anzulegen, was jedoch in einer schon bestehenden Blankschmiede keineswegs rathsam ist, da in den meisten Fällen die natürliche Zugluft vollkommen ausreicht. Sieht man sich indessen genöthigt, den zu schwachen Zug der Luft durch das eben beschriebene Gebläse zu unterstüzen, so sind hiebei die Größen der Oeffnungen in den drei Geblasformen sehr zu berüksichtigen, denn dieselben dürfen zusammen zu gleicher Zeit nicht mehr Luft verbrauchen (ausströmen), als die den Wind zuführende einzelne Blasform in eben dieser Zeit in den eisernen Kasten einbringen kann; widrigenfalls würde das hiedurch sehr ungleich brennende Feuer die Erwärmung der Sensen sehr erschweren. – Es braucht wohl kaum noch bemerkt zu werden, daß die drei in den Ofen führenden Geblasformen nur eben durch die Mauer reichen dürfen, um gegen das Verbrennen geschüzt zu seyn, und daß, wenn das Gebläse nicht gebraucht wird, die äußere Oeffnung am Eisenkasten verschlossen seyn muß, damit der Zug keine falsche Richtung bekommt, wobei alsdann die dem Zuge folgende Flamme den eisernen Kasten leicht verbrennen würde.

Die Eigenschaften einer Klopfsense bestehen in einem gewissen Grade von Zähigkeit des Stahles, welche erlaubt, durch Hammerschläge die Schneide der Sensen zu schärfen, ohne daß dadurch ein Ausreißen oder Ausbrechen derselben entsteht; auf der anderen Seite verlangt man eine hinreichende Härte, um das Stumpfwerden der Sense genügend zu verhindern; und obgleich man zur Erlangung dieser Eigenschaften während der Bereitung der Sensen die größte Aufmerksamkeit auf alle dahin führenden Mittel verwendet, indem man das einmal zur Sense bestimmte Stük Stahl nur im Flammenfeuer und nicht unter Kohlen erwärmt, damit der Stahl von seinem Kohlengehalte verliert und dadurch geschmeidiger wird, so ist es doch nöthig, den Stahl während des Raffinirens hierauf so viel als möglich vorzubereiten.

Man zerschlage daher, wie gewöhnlich geschieht, um Rohstahl zu raffiniren, die Stangen desselben, sortire nach dem Bruche die abgeschlagenen Stüke, und wähle die für die besten erkannten aus; derjenige Stahl ist der beste, der auf seinen Bruchflächen ein durchgängig gleichfarbiges, gleichgroßes feines Korn zeigt; diese beste Sorte dient zur Bildung der Schneide. Die ausgewählten Stüke bringe man in das Feuer der gewöhnlichen Blankschmiedeesse, welches mit Tannenkohlen unterhalten werden muß, und groß genug ist, wenigstens einen halben Centner zu gleicher Zeit rothglühend zu erwärmen; hierauf hämmere oder breite man die Stahlstüke unter dem Wasserhammer zu Streifen von 2 Linien Dike, 1 bis 5/4 Zoll Breite