Text-Bild-Ansicht Band 67

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und 15–18 Zoll Länge; die Breite dieser Stahlstreifen ist namentlich so viel als möglich gleich zu machen, und der Arbeiter muß sich Mühe geben, die Stäbe so glatt als möglich auszuschmieden, damit bei dem nun folgenden Zusammenlegen derselben jeder Spielraum vermieden werde. Achtzehn bis vierundzwanzig solcher ausgeschmiedeten Stäbe werden auf einander gelegt, in eine passende Zange gespannt, ins Feuer gehalten, nach und nach erhizt, und unter dem großen Wasserhammer ausgerekt. Um nun aber den Stahl zu Klopfsensen geeignet zu erhalten, lasse man während dieser Arbeit die Kohlen mehr als gewöhnlich loker auf dem Feuer liegen, so daß der Wind gehörig durchdringen kann, bringe auch während der ersten Hize den Stahl mehrere Male ganz aus dem Feuer, und klopfe die sich etwa durch die Wärme von einander abziehenden Stahlplatten wieder zusammen, jedoch nicht eher, bis die vielleicht zwischen die Platten gefallenen Kohlen oder Schlaken daraus entfernt worden sind; außerdem begieße man das Feuer oft mit Lehmwasser und drehe den Stahl häufig im Feuer um, damit alle vier Seiten der Platten der Blasform zugewendet werden. Um den Stahl so rein als möglich zu erhalten, bestreue man während der ersten Hize wenigstens die schmalen Kanten der Platten nicht mit Lehm, wie fast immer geschieht, um der Verbrennung des Stahles vorzubeugen, denn es ist hiebei leicht möglich, daß etwas Lehm zwischen die nicht genau an einander schließenden Platten fällt, und hiedurch im ungünstigen Falle eine ungeschweißte Stelle bleibt. Der auf diese Weise raffinirte Stahl hat von seinem Kohlengehalte sowohl durch Anwendung der Tannenkohlen als auch durch das loker gehaltene Feuer etwas verloren, und somit seine überflüssige Sprödigkeit eingebüßt. Auf der anderen Seite hat er in einem geringen Grade die erforderlichen Eigenschaften erlangt, die aber beim Schmieden der Sensen noch mehr ausgebildet werden müssen. Sollte vielleicht durch ein zu langes Verfahren dieser Art die Härte des Stahles in einem größeren als dem erforderlichen Maaße abnehmen, so läßt sich dieselbe durch Glühen in einem dichten Buchenkohlenfeuer wieder erlangen; doch ist dem Verfasser kein Fall bekannt, wo ein solcher Proceß nöthig geworden wäre.

Von dem auf die eben beschriebene Art raffinirten Stahle werden in der gewöhnlichen Esse Stüke von 1 Pfd. 28 Loth bis 2 Pfd. schwer, erwärmt und unter dem gewöhnlichen Wasserhammer zu den bekannten Formen einer Sense vorgerichtet. Die Klinge der Sense darf in diesem Zustande beinahe die gewünschte Länge erhalten, die Breite derselben wird aber erst später völlig ausgeschmiedet; der zur Befestigung am Sensenstiele dienende Haken mit dem Loche oder