Text-Bild-Ansicht Band 67

Bild:
<< vorherige Seite

Knollen, Angel oder Hamm genannt, ist beim Anfangen der Sense völlig fertig zu schmieden, damit bei der weiteren Bearbeitung derselbe zum Anfassungspunkte der Zange dienen kann.

Das Brennmaterial des unter 6) beschriebenen Ofens besteht aus Holzscheiten mit Steinkohlen gemengt; wo leztere nicht leicht zu erhalten sind, kann man sich der Holzkohlen bedienen, erstere aber müssen beibehalten werden, weil die von ihnen herrührende Flamme hauptsächlich zur Erwärmung der Sensen nöthig ist, damit der durch das Raffiniren seiner Sprödigkeit beraubte Stahl keine Gelegenheit zur Wiederaufnahme von Kohlenstoff findet.

Die vorgerichteten Sensen werden mittelst einer Zange durch die Einschnitte der Ofenthür in der Flamme des Feuers erwärmt; da jedoch diese Art, die Sensen zu halten, etwas unbequem ist, so hat man an einigen Orten einen oder zwei Eisenstabe über dem Feuer in der erforderlichen Höhe angebracht, worauf die Sensen gelegt werden. Die Sensen werden nicht stärker als rothwarm erhizt und unter dem gewöhnlichen Wasserhammer fertig ausgeschmiedet, alsdann gehörig gerichtet und beschnitten. Hat man nach dieser lezten Arbeit keine wesentlichen Mängel an der Sense wahrgenommen, so wird dieselbe ferner zwischen braun und rothwarm erwärmt, und in diesem Zustande in dem nahestehenden Talge gehärtet, dann sorgfältig von dem anhangenden Talge gereinigt, und zur Milderung der ihr jezt eigenen Harte in heißen Grand gestekt; dieser Grand ist in großer Menge auf der unter 3) beschriebenen eisernen Platte erwärmt. Da zur Erwärmung des auf der Platte liegenden Grands eine nicht unbedeutende Menge Brennmaterial erforderlich ist, so ist es sehr rathsam, das sogenannte Anlassen der Sensen nur dann vorzunehmen, wenn eine hinreichende Anzahl derselben vorräthig ist. Die im Grand sehr gleichmäßig vertheilte, sich den Sensen eben so mittheilende Hize macht diese Art des Anlassens nöthig, obwohl man sonst bei der gewöhnlichen Art des Blaumachens schneller fertig wird. – Hat man in den Grand die gehörige Menge Sensen gestekt, so wird das Feuer unter der eisernen Platte nicht mehr geschürt, sondern man läßt dasselbe nach und nach ausbrennen, jedoch unter der Berüksichtigung, daß man dasselbe so viel wie möglich gleichmäßig unter der Platte vertheilt; die Sensen bleiben alsdann bis zu ihrer völligen Erkaltung im Grande liegen.

Bei diesem Prozesse sind indessen die Sensen gewöhnlich überlaufen (d.h. mehr als blau, nämlich grau geworden) und haben daher eine geringere Härte, als man sonst wohl von schneidenden Instrumenten verlangt. Um jedoch einerseits diesen Mangel zu ersezen und andererseits die durch die Härtung krumm gewordenen