Text-Bild-Ansicht Band 67

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indem der hohe Druklohn geringe Artikel zu sehr vertheuern würde. Für Fabriken, welche mehrfarbige Walzendrukmaschinen besizen, ist die Perrotine jedoch weniger wichtig. Das Stechen einer Form für die Perrotine kommt beiläufig drei Mal so hoch wie für den Handdruk; aber diese Formen nuzen sich auch nicht so schnell ab wie beim Handdruke, und brauchen nur selten erneuert zu werden. Bisweilen verfertigt man die Formen für die Perrotine auch aus Schriftmetall,7)

Hr. Perrot versicherte uns, daß er seit zwei Jahren über 60 Drukmaschinen abgesezt hat; gegenwärtig verkauft er eine Maschine für drei Farben mit mechanischem Streicher zu 5000 Fr. Er baut in diesem Augenblike die erste Maschine für vier Farben, welche nach England bestimmt ist, und mit den Streichern auf 8000 Fr. zu stehen kommt.

Wir wollen jezt einige in den englischen Kattundrukereien gebräuchliche mechanische Vorrichtungen, die theils neu, theils wenig bekannt sind, kurz beschreiben.

Walzendrukmaschine. Ein Fabrikant aus der Gegend von Manchester ließ sich sowohl in England als in Frankreich ein Patent auf eine Walzendrukmaschine ertheilen, bei welcher das (bekanntlich sehr kostspielige) wollene Druktuch entbehrlich ist. Wir brauchen diese Maschine nicht näher zu erläutern, da sie bereits im Polytechn. Journal (Bd. LX. S. 273) beschrieben worden ist. Bis jezt hat jedoch noch keine Kattundrukerei diese Neuerung angenommen, und alle Fabrikanten stimmen überein, daß sie keinen Vortheil darbietet.

In mehreren Fabriken sucht man dadurch an Walzendruktüchern zu ersparen, daß man sie sehr kurz anwendet, aber während des Drukens immer einen rohen Baumwollzeug über ihnen mitlaufen läßt, der dann nach zwei- bis dreimaligem Gebrauche gebleicht wird. Der rohe Zeug geht von der kupfernen Walze aus über Trommeln, welche mit Dampf geheizt werden, und rollt sich dann auf einer Walze auf, um zum zweiten Mal gebraucht werden zu können.

Sieb zum gleichzeitigen Aufdruken mehrerer Farben. Dieses Sieb wird in einigen Kattundrukereien benuzt, um mehrere Farben gleichzeitig auf schwarzen, dunkelbraunen etc. Böden einzudruken. Dabei muß jedoch das Muster von der Art seyn, daß die verschiedenen Farben einander nicht zu nahe kommen, und die Eindrukfarben müssen auch natürlich über den Grund fallen können, ohne ihn zu zeichnen oder ihm zu schaden. Jedes Muster erfordert

7)

Ueber die neuesten Verbesserungen der Perrotine vergleiche man Polyt. Journal Bd. LXII. S. 157. A. d. R.