Text-Bild-Ansicht Band 67

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ein besonderes Sieb, so daß dieses Verfahren nur dann wirklich vortheilhaft ist, wenn sehr viele Stüke auf dasselbe Muster gedrukt werden sollen.

Die Farben, welche das Sieb E, Fig. 1, speisen müssen, befinden sich neben demselben in Gehäusen A, welche mit dem Siebe in Verbindung stehen. Die Farbe in den Gehäusen A darf nicht höher stehen als das Siebtuch, und muß so gut als möglich auf gleicher Höhe mit demselben erhalten werden.

Die Farben laufen von den Gehäusen oder Behältern A aus durch bleierne Röhren B in Fächer C, die sich gerade unter dem Siebe E befinden, in welches sie dann durch eben so viele senkrechte Röhren D gelangen, als gleichfarbige Stellen in dem Muster sind.

Dieses Sieb ist aus Blei angefertigt, so daß alle Stellen E, welche Farbe erhalten müssen, durch Ränder, auf welche man den Siebzeug auflegt, von einander getrennt sind. Damit sich die verschiedenen Farben auf dem Zeuge nicht mit einander vermischen können, nagelt man kleine Bleibleche über alle Conturen der hohlen Räume und verkittet diese Conturen unter und über dem Zeuge. Nachdem das Sieb so hergerichtet ist, gießt man in die Gehäuse A die verschiedenen Farben, welche natürlich so dünn seyn müssen, daß sie durch die Röhren laufen und durch den Siebzeug dringen können; lezterer muß ebendeßwegen auch aus einem sehr dünnen Gewebe bestehen.

Um dieses Druksieb bedeutend zu vereinfachen, dürfte man nur alle unteren Abtheilungen weglassen und sie durch Kautschukröhren B, Fig. 2, ersezen, welche von den Farbbehältern A ausgehen und sich so geradezu in das Sieb E begeben könnten. Da man diese Röhren nach Belieben biegen könnte, so ließen sie sich leicht jedwedem Muster anpassen.

Das Sieb wird bisweilen auch aus Holz anstatt aus Blei verfertigt; es ist dann weniger kostspielig und leichter anzufertigen, aber auch nicht so dauerhaft.

Mechanischer Streicher für den Handdruk. Dieser kleine Apparat, welcher das Streichen der Farben beim Handdruke ersezen muß, wird nur in einer einzigen Fabrik in Manchester benuzt und auch dort ist seine Anwendung noch sehr beschränkt.

Das Sieb oder der Trog besteht bei diesem Apparate, Fig. 3, aus einem kleinen Kasten A von Eisenblech, welcher 12 Zoll breit, 18 Zoll lang und 2 Zoll tief ist; er wird mit Gummiwasser oder unbrauchbaren alten Farben gefüllt und mit Wachsleinwand luftdicht überzogen. Man stellt diesen kleinen Trog auf vier eiserne Stüzen B von beiläufig einem Fuß Höhe. An den beiden Enden des Siebes und in gleicher Höhe damit befinden sich Rollen oder Walzen C