Text-Bild-Ansicht Band 67

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Das bedeutendste Bleichetablissement in England ist das der HH. Thom. Ridgway in Hornvide bei Bolton. Dieses Haus bleicht und appretirt täglich 6000 Stüke, welche größten Theils nach Brasilien ausgeführt werden. Die Triebkraft liefern vier Dampfmaschinen und der tägliche Verbrauch an Steinkohlen beträgt 60 Tonnen oder 66000 Kilogr. Es besizt 42 Cylinder zum Appretiren. Die Laugkufen sind aus Gußeisen angefertigt und werden mit Dampf erhizt; sie stehen alle in einem Halbkreise herum, in dessen Mitte sich ein großer Krahn befindet, womit immer die ganze Masse der in einer Laugkufe enthaltenen Stüke nebst dem eisernen Boden herausgehoben und auf einen Karren niedergesenkt wird, der sie dann zu den Waschrädern bringt.

Zur Behandlung mit Chlor dient ein Apparat, welcher die Chlorkalklösung beständig übergießt; der Chlorkalk, welcher die Stüke durchdrungen hat, sammelt sich in einem unter der Kufe befindlichen Behälter und wird von dort mittelst einer Pumpe wieder in einen über der Kufe befindlichen Kasten hinaufgetrieben, aus welchem er sich durch ein Sieb in Gestalt eines Regens übergießt. Diese Kufen enthalten gewöhnlich 600 Stüke.

Die Stüke, welche nach den Bleichoperationen durch die Auspreßmaschine passirt sind, hissen sich durch einen Mechanismus in den oberen Theil der Trokenstube hinauf. Die auf Walzen aufgerollten Stüke rollen sich durch einen sehr sinnreichen Mechanismus ab und hängen sich von selbst auf den Latten auf. In dem Maaße als die Latten behängt sind, schreitet die Maschine auf einer Eisenbahn vor und sezt so ihren Lauf nach der ganzen Länge der Trokenstube fort. Da die Maschine die ganze Breite des Gebäudes hat, so rollt sie eine dieser entsprechenden Walzenreihe auf Einmal ab.

Zum Sengen der Zeuge benuzt man in England gewöhnlich Halbcylinder aus Gußeisen von einem halben Zoll Dike, welche zum Rothglühen erhizt werden; in einigen Fabriken hat man dieselben durch kupferne Halbcylinder von drei Viertelslinien Dike ersezt. Leztere können drei Monate lang gebraucht werden, erstere aber muß man alle Wochen erneuern. Bei Anwendung eines kupfernen Cylinders kann man 1500 Stüke mit einer Tonne Steinkohlen sengen, bei Anwendung eines eisernen aber nur 500 bis 600 Stüke mit der gleichen Quantität Steinkohlen.

Waschräder. In allen englischen Fabriken benuzt man zum Reinigen der Stüke die bekannten Waschräder. In der Normandie hingegen wendet man hiezu fast überall zwei über einander liegende hölzerne Walzen an, die bisweilen cannelirt sind, bisweilen aber