Text-Bild-Ansicht Band 67

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auch glatt; durch einen solchen Apparat kann man täglich 120 Stüke passiren, die aber freilich nur schwach gereinigt werden.

Auspreßmaschinen. Diese Maschinen trifft man in allen englischen Fabriken. Eine der hölzernen Walzen läßt sich sehr vortheilhaft dabei durch eine Walze aus Baumwollzeug ersezen. Leztere Walzen werden eben so verfertigt, wie die Papierwalzen; man legt nämlich eine große Anzahl Scheiben von Baumwollzeug auf einander und schraubt sie zwischen zwei gußeisernen Platten stark zusammen. Eine Auspreßmaschine mit einer solchen Baumwollwalze dauert viel länger, als wenn beide Walzen wie bei uns aus Holz verfertigt sind.

Färbekufen. In den meisten größeren englischen Fabriken bestehen die Färbekufen aus Gußeisen von geringer Dike. Man hat von diesen metallenen Kufen keinen nachtheiligen Einfluß verspürt. Ihre Scheiben sezt man in einigen Fabriken mit Zahnrädern anstatt mit Laufbändern in Bewegung.

In einigen Färbereien bemerkten wir über jeder Farbekufe einen hölzernen Schornstein, dessen unterer Theil die ganze Kufe überdekte und sie so verschloß, daß nur durch das über die Deke hinausreichende Schornsteinende Dampf entweichen konnte. Diese Einrichtung gewahrt den Vortheil, daß sich keine Dämpfe im Färbehause verbreiten können, was besonders bei kalter Witterung, wo sie sich zu einem Nebel verdichten, sehr unangenehm ist.

Trokenstuben. In England baut man allgemein die Trokenstuben sehr niedrig, wenig breit, hingegen lang; sie brauchen daher auch nur ein sehr schwaches und bei weitem nicht so kostspieliges Gerüst wie unsere großen, 60 bis 70 Fuß hohen Trokenhäuser. Man hängt die Stüke gewöhnlich an Häkchen unter den Latten auf; der Arbeiter sieht dabei auf einer Art Wagen von der Breite der Trokenstube, der auf einer Schienenbahn nach Belieben vorwärts und zurük gezogen werden kann.

Wir sahen in der Kattunfabrik des Hrn. Walter Crum bei Glasgow eine Art zu troknen, wobei an Zeit und Brennmaterial erspart werden muß. Die Trokenstube unterscheidet sich von den unserigen bloß dadurch, daß man der heißen Luft und dem Dampfe durchaus keinen Austritt gestattet, sondern das Zimmer während des Troknens der Stüke luftdicht geschlossen hält; man versicherte uns, daß man auf diese Art die 200 Stüke, welche die Stube faßt, in drei Stunden troknen kann, während dazu fünf Stunden erforderlich sind, wenn man wie gewöhnlich der Hize einen Ausweg gestattet; sonach würden bei diesem Verfahren zwei Fünftel an Zeit und Brennmaterial erspart. Hr. Crum ging bei seiner Methode von dem