Text-Bild-Ansicht Band 67

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Grundsaze aus, daß wenn man den Strom heißer Luft, welchen wir in unsere Hangen leiten (und der uns einen beträchtlichen Verlust an Wärme verursacht, indem nicht alle heiße Luft Zeit hat sich ganz mit Feuchtigkeit zu sättigen) durch eine höhere Temperatur ersezt, die Zeuge eben so vollständig, in kürzerer Zeit und mit geringerem Wärmeverluste sich troknen lassen müssen.

Bisweilen sieht man in England auch Trokenstuben über den Dampfkesseln angebracht, um die von diesen abgegebene Hize zu benuzen. Uebrigens haben sie dann keine Verbindung mit dem Plaze, wo sich der Heizer aushält, damit Staub und Rauch nicht in sie dringen können.

Oft erhizt man die Trokenstuben durch Dampf, und zwar mittelst gußeiserner Röhren von 6 Zoll Durchmesser, deren eine so große Menge auf dem Boden der Trokenstube angebracht ist, daß sie denselben fast ganz bedeken. Diese Heizmethode wäre bei uns offenbar viel zu kostspielig und würde ohne Zweifel keine Ersparniß an Brennmaterial gewähren.

In fast allen englischen Kattunfabriken (wie auch in der Normandie) trifft man kupferne Cylinder, die mit Dampf geheizt werden, zum Troknen der Zeuge. Gewöhnlich sind diese Cylinder so lang, daß zwei oder drei Stüke neben einander darüber streichen können. Oft bestehen diese Apparate bloß aus einer einzigen Reihe von sechs Cylindern, oft aber auch aus zwei solchen Reihen, die sich über einander befinden und in lezterem Falle passiren die beiden Seiten des Zeuges abwechselnd über die Cylinder. Man hat auch solche Cylinder aus Weißblech anstatt aus Kupfer verfertigt, und sie conservirten sich während eines 25jährigen Gebrauches sehr gut.

Trokenstuben für grundirte Zeuge. Da bereits die in der Normandie gebräuchlichen Trokenstuben mit Walzen und auch der in England gewöhnlich benuzte Hotflue im Bulletin (Polyt. Journal Bd. LVI. S. 92) beschrieben und abgebildet wurden, so haben wir nicht nöthig uns über diese Einrichtungen näher zu erklären und wir bemerken bloß, daß wir weder neuere noch bessere zu sehen bekamen.

Feuerröste. Man empfiehlt dazu eiserne Stangen, welche in ihrer ganzen Dike durchlöckert worden sind. Die Luft, welche durch die Löcher zieht, kühlt den Rost beständig ab und verhindert so das Verbrennen desselben.

Mechanische Heizer. Die bekannten Apparate, wodurch der Rost mechanisch mit Brennmaterial gespeist wird, verbreiten sich in England immer mehr. Einige Fabrikanten behaupten dadurch 20 Proc. an Brennmaterial zu ersparen. Wenn man einen solchen Apparat anwendet, ist der Rost immer schwach beschikt und das