Text-Bild-Ansicht Band 67

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eine 12 bis 15 Zoll dike Schichte in die Kästen und darüber noch eine Schichte Kies. Das Wasser, welches diese Masse durchdrungen hat, läuft am unteren Theile der Filter vollkommen klar ab und begibt sich durch Röhren H in große Kufen oder Behälter J, aus welchen es zum Gebrauch abgezapft wird.

Den Sand, den Kies und die Kohle erneuert man alle Tage. Die großen Kufen A, wo das Wasser seine Unreinigkeiten absezt, und die Canäle D werden jeden Abend gut gereinigt, so wie auch die oben erwähnten Schwämme F.

Die während eines Tages benuzte filtrirende Masse wird den anderen Tag ausgewaschen. Man bringt sie zu diesem Ende auf ein Eisendrahtsieb, das an einem Hebel hängt und in einen mit Wasser gefüllten Bottich getaucht wird. Der Arbeiter ertheilt dem Sieb eine Bewegung, so daß aller Sand und der Unrath durch das Sieb gehen; der Kies und die Kohle bleiben also hievon gereinigt darauf zurük; da die Kohle leichter ist, so begibt sie sich an die Oberfläche und kann also leicht weggenommen werden.

Der durch das Sieb gegangene feine Sand wird durch Decantiren ausgewaschen, indem man ihn mehrmals mit gewöhnlichem und zulezt noch mit filtrirtem Wasser anrührt. Den so gereinigten Sand und Kies benuzt man wieder zum Filtriren, die Kohle aber müßte hiezu vorher ausgeglüht werden; man zieht es in diesem Etablissement vor, sie zu troknen und als Brennmaterial zu verkaufen.

Seit einigen Monaten hat man am Hôtel Dieu in Paris ein anderes Filtrirsystem eingeführt, welches einfacher als das obige ist.

Dieses Verfahren besteht darin, das Wasser, nachdem es seine gröbsten Unreinigkeiten bereits abgesezt hat, in einen Behälter A (Fig. 5) zu pumpen, der 40 Fuß über dem Filter angebracht ist; das Wasser muß daher unter einem starken Druk die filtrirende Masse durchdringen. Der Behälter ist durch eine Röhre B mit dem Filter in Verbindung gebracht und lezteres besteht aus einem sehr starken, mit eisernen Reifen gebundenen Faß C, welches durch vier durchlöcherte doppelte Böden in fünf Fächer abgetheilt ist.

Die untere Abtheilung D ist leer. Die zweite Abtheilung E ist mit filtrirender Masse von einem Fuß Dike gefüllt und zwar auf folgende Art: die untere Schichte besteht aus kleinem Kies, hierauf kommt eine Schichte feinen Sandes, nach dieser eine Schichte groben Sandes und endlich zuoberst eine Schichte von demselben Kies wie in der ersten Schichte. Die dritte Abtheilung F ist leer. Die vierte G ist mit denselben filtrirenden Substanzen gefüllt wie die zweite E, aber in umgekehrter Ordnung. Die lezte oder fünfte Abtheilung H ist leer.