Text-Bild-Ansicht Band 67

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Diese drei Filtrirmethoden eignen sich zwar um reines Wasser für die Haushaltungen zu gewinnen; sie sind aber zu complicirt und zu kostspielig, um in den Kattundrukereien angenommen zu werden.

Wir wollen jezt das Verfahren beschreiben, wie man in England und Schottland das Fabrikwasser filtrirt. Da die meisten Fabriken nur wenig und oft trübes Wasser, bisweilen sogar nur unreines Brunnenwasser zu ihrer Disposition haben, so sind sie genöthigt dasselbe vor der Anwendung zu filtriren. Wir kennen Fabriken, welche sich ihr Wasser durch Leitungen aus einer Entfernung von mehreren Kilometern verschaffen müssen. Von den zahlreichen Filtern, welche wir untersucht haben, wollen wir nur zwei beschreiben, welche uns die zwekmäßigsten zu seyn scheinen.

Das erste Filter (Fig. 6) wird folgendermaßen hergestellt: man gräbt in der Erde ein 5 Fuß tiefes Reservoir von 40 bis 60 Quadratfuß aus. Da das Land sehr bergig ist, so wählt man gewöhnlich zu diesen Filtern eine sehr hohe Stelle, damit sich das filtrirte Wasser in den Ateliers durch seinen natürlichen Fall vertheilt. Im entgegengesezten Falle aber errichtet man dieses Reservoir in gleicher Höhe mit dem Boden aus einer Mauer A von 12 bis 15 Zoll Dike und gibt derselben äußerlich durch eine Böschung von Erde B eine größere Festigkeit. Innerlich kleidet man die Mauer mit einer 4 bis 5 Zoll diken Thonschichte C aus, damit kein Wasser verloren gehen kann und endlich richtet man zu größerer Haltbarkeit gegen diesen Thon noch eine innere Böschung I) aus gewöhnlicher Erde.

Auf dem Boden des Reservoirs errichtet man mit zwei übereinander liegenden Baksteinen 10 bis 12 Zoll breite Canäle, welche mit Baksteinen zugedekt werden. Zwischen diesen Baksteinen läßt man enge Räume offen, damit das Wasser, nachdem es die filtrirende Schichte durchzogen hat, sich in den von diesen Canälen gebildeten leeren Raum begeben kann. Von einer Stelle zur anderen befestigt man auf diesen Canälen gußeiserne oder hölzerne Röhren F von 6 Zoll Oeffnung, welche über das Niveau des Wassers hinaufreichen und so der Luft einen Ausweg gestatten, wenn man das Reservoir mit Wasser füllt.

An einer Seite des Reservoirs bringt man einen steinernen oder hölzernen Kasten G von beiläufig zwei Quadratfuß Fläche und von der Höhe des Reservoirs an. Dieser Kasten communicirt an seinem unteren Theile mit den Canälen worin sich das filtrirte Wasser sammelt. Von diesem Kasten geht dann die Leitungsröhre H aus, welche das filtrirte Wasser in die Ateliers führt.

Nachdem die Canäle fertig sind bringt man auf den Boden des