Text-Bild-Ansicht Band 67

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Bewegung sezen kann. Die Maschine eignet sich aus diesem Grunde vollkommen zum fabrikmäßigen Betriebe, und zwar um so mehr, als die zarteren Theile derselben, die, wenn sie in Unordnung geriethen, die Genauigkeit der Messung beeinträchtigen würden, gegen alle Beschädigung geschüzt sind.

Die Hauptaufgabe war die Herstellung eines Instrumentes, dessen Bewegung nach der festgesezten Anzahl von Umgängen von selbst in Stillstand käme. Hiezu war nichts weiter als ein Zähler erforderlich, und einen solchen hat der Erfinder auch wirklich in Anwendung gebracht. Dieser Zähler wirkt auf gehörig benuzte Aushebvorrichtungen; und auch hierin würde demnach nichts Neues gelegen seyn, wenn nicht zugleich damit auch drei anderen Bedingungen entsprochen wäre. Diese sind:

1) Aufwinden des Fadens auf die sogenannte Winde (gundre) unter leichter und progressiver Kreuzung desselben zur Verhütung der Verwirrung der Fäden;

2) genaue Unterabtheilung des Strähnes in gleiche Theile ohne Unterbrechung des Ganges der Maschine; theils um dadurch die Verificirung der Länge zu erleichtern; theils aber auch, um bequeme und mehrfache Mittel zur Assortirung dieser Theile unter einander, je nach den verschiedenen Graden der Feinheit der Seide zur Hand zu haben;

3) endlich augenblikliche Unterbrechung der Bewegung des Haspels im Falle des Brechens des Fadens.

Ich will nun die Operation der Maschine in der Voraussezung beschreiben, daß der Haspel nur einen einzigen Strähn bilde, und daß dieser in vier Strähnchen oder Flotten getheilt sey.

Der durch irgend eine Triebkraft in Bewegung gebrachte Haspel sezt den Zähler in Thätigkeit. Von einem der Räder dieses lezteren wird eine geradlinige Hin- und Herbewegung entlehnt, die, indem sie einen Führer (barbin genannt), durch den der Faden läuft, in einer geeigneten Streke oscilliren macht, die Kreuzung bewirkt, welche oben als erste Bedingung gesezt wurde. Diese Kreuzung wird um den Haspel herum regelmäßig wiederholt, und zwar in Folge eines gewissen Zahlenverhältnisses zwischen den Rädern des Räderwerkes.

Diese Hin- und Herbewegung, so wie den erwähnten Führer benuzte der Erfinder auch, um der zweiten und dritten Bedingung zu entsprechen. Wenn nämlich die Bewirkung der Kreuzung aufgefaßt worden, so ist nur mehr zu zeigen, wie sich nach einer bestimmten Anzahl von Umgängen aus demselben Faden und in einer bestimmten Entfernung von ersterem ein neues Strähnchen bilden kann. Da hiebei die Bedingungen der Kreuzung dieselben bleiben,