Text-Bild-Ansicht Band 67

Bild:
<< vorherige Seite

feine Körnchen, welche sich nicht, wie bei anderen Pflanzen, als besondere Stoffe nachweisen lassen. Nach dem Austroknen der Rübe ist aber eine gleichförmige Masse, welche schon Marggraf als kleine weiße krystallinische Zukerkörnchen wahrgenommen hat, aber keine bestimmbare krystallinische Form zu erkennen.

Pelouze will in 25 auf ungleichem Boden im nördlichen Frankreich gewachsenen Spielarten der Runkelrübe 5, 8 bis 10 Procent, Hermann 32) in 11, in verschiedenen Gegenden Rußlands gewachsenen, 6, 7 bis 12, 13 Proc., und Deyeux 33) sogar über 13 Proc. krystallisationsfähigen Zuker gefunden haben.

Werden die Beschaffenheit der Rüben, die verschiedenen sehr abweichenden Resultate chemischer Analysen, und die Erscheinungen bei den in Anwendung kommenden Operationen zusammen aufgefaßt, so ist es höchst wahrscheinlich, daß die Behandlung der Rüben nicht nur Einfluß auf die Bildung der daraus dargestellten verschiedenen Stoffe, sondern auch auf die Erhaltung des darin vorhandenen Zukers, insbesondere auf dessen Veränderung in solchen Zuker habe, der nicht krystallisationsfähig ist. Aus dieser Ansicht ergeben sich Erklärungsgründe, weßhalb bei der technischen Bearbeitung der Runkelrüben, der Zukerfabrication, unter dem unvermeidlichen Einflusse der Wärme, der Luft, des Wassers u.a. chemischer Potenzen, so sehr verschiedene Resultate erlangt werden. Die Verschiedenheit dieser Resultate gestattet nicht, die bestimmtesten Angaben hierüber als Normalmaaßstab anzunehmen; um so weniger, da die von Fabrikanten herrührenden sich nur auf eine Zukermasse beziehen, die Rohzuker genannt wird, und nicht als reiner Zuker betrachtet werden kann.

2) Wieviel und in welcher Beschaffenheit der Zuker aus den Runkelrüben erhalten wird.

Von den hier angeführten Umständen und Einflüssen ist jedoch die Zukerfabrication aus Runkelrüben nicht allein, sondern auch die aus dem Zukerrohre abhängig. Es kann deßhalb kein hinreichender Grund hergenommen werden, die noch nicht den höchsten Grad der Vollkommenheit erreicht habende Darstellung des Zukers aus Runkelrüben in Europa zu unterlassen oder wieder aufzugeben, nachdem vielfältige Erfahrungen beweisen: Die Darstellung sey in einer Art möglich, welche Vortheile gewährt, wenn sie nicht unter ungünstigen Umständen unternommen wird; nachdem sich hieran die Aussicht knüpft, noch andere und zwekmäßigere Verfahrungsarten aufzufinden,

32)

Journal für praktische Chemie von Erdmann und Schweiger-Seidel. Bd. IV. S. 329.

33)

Scherers allgemeines Journal der Chemie. Bd. IV. S. 112.