Text-Bild-Ansicht Band 67

Bild:
<< vorherige Seite

nach der Beschaffenheit des Bodens, nach dessen Bearbeitung, insbesondere aber der Witterung des Sommers und des Klimas. Die Erzeugung zukerreicher Runkelrüben fordert einen tiefen, humusreichen und lokern Boden, und dessen sorgfältige Bearbeitung; sand- und torfartiger oder magerer Boden qualifiziren sich nicht zu deren Anbau. Eine trokene Witterung macht Bewässerung und eine hiezu geeignete Lage des Bodens nothwendig. Ein mildes Klima ist dem Gedeihen der Rüben angemessener als ein heißes; in Frankreich die nördlichen Departements mehr als die südlichen.

Die Natur scheint in Tropenländern den Zuker im Zukerrohr über der Erde, – in nördlichen in der Runkelrübe unter der Erde, in größter Menge zu produciren, beide Gewächse aber zur Gewinnung des Zukers bestimmt zu haben. Neuere Erfahrungen haben dargethan, daß in kälteren und höheren Ländern gewachsene Rüben mehr Zuker liefern, als die in niedriger liegenden; daß die Rüben süßer sind, wenn sie aus in Schweden und Schlesien erzeugten Samen in Frankreich gewachsen sind. Deßhalb ist in neuester Zeit die Samenerzeugung und dessen Ausfuhr aus jenen Ländern nach Frankreich bedeutend. In Böhmen wurde wahrgenommen, daß in der Nähe von Deutschbrod und Iglau, auf einer Höhe von 230 bis 300 Klaftern über der Meeresfläche gewachsene Rüben zukerreicher sind, als die bei Außig, auf einer Meereshöhe von nur 60 bis 70 Klaftern gewachsenen. Hermann hat in den in Sibirien, unter mehr als 60 Grad nördlicher Breite gewachsenen Rüben einen größeren Gehalt an Zuker nachgewiesen, als Pelouze in den in Frankreich unter 50° n. Br. gewachsenen.

Die Anführung vieler Autoritäten zur Angabe des Ertrags einer bestimmten Landfläche an Runkelrüben ist überflüssig, weil dieselben sehr abweichend gefunden, für unseren Zwek aber folgende genügen werden.

Achard gab bereits im Jahre 180934) den Ertrag eines Magdeburger Morgen Landes in Brandenburg, mit 175 Berliner Centnern, für die Fläche eines österreichischen Joches (1600. 175. 91⅔)/710 = 36280 Wiener Pfund an. Nach dieser Angabe wachsen 100 Pfd. Rüben auf 4,4 Wiener Quadratklaftern.

Krause gibt35) den Ertrag eines niederösterreichischen Joches, in Oesterreich, an: im Durchschnitt in einem Jahre mit 21600 im anderen mit 24900 Wiener Pfund; im günstigen Falle sey aber

34)

Die europäische Zukerfabrication aus Runkelrüben. Leipzig 1809.

35)

Darstellung der Fabrication des Zukers aus Runkelrüben in ihrem gesammten Umfange. Wien 1834, S. 250.