Text-Bild-Ansicht Band 67

Bild:
<< vorherige Seite

werden aus Rüben guter Qualität gewöhnlich 75 Proc., durch starke hydraulische Pressen 80 und mehr Procent Saft erhalten. Nachdem aber gefunden worden ist, der zulezt ausgepreßte Saft sey vom geringsten Zukergehalte, dessen Werth dem auf sehr starke Pressen zu verwendenden Anlagskapitale nicht entsprechend, so begnügen sich erfahrene Fabrikanten mit 75 Proc. Saft, und diese Quantität wird auch den weiteren Berechnungen zu Grunde gelegt.

Bei diesem Verfahren sind von 100 Pfd. Rüben 75 Pf. Saft mehrmals zu erhizen, abzudampfen und auf fertigen Zuker zu bearbeiten. Wenn davon 5 Pfd. Rohzuker als gewöhnliche Ausbeute angenommen werden, so sind zur Darstellung von 100 Pfd. Rohzuker 1500 Pfd. Saft zu behandeln und hiezu, nach dem durch Erfahrung gefundenen Verhältnisse des Bedarfes 750 Pfd. Brennholz erforderlich.

Beim Maceriren frischer in Scheiben oder Nudeln geschnittener, oder zu Brei zerriebener Rüben, mittelst bloßem Wasser, ist nach den wahrscheinlichsten Angaben hierüber, zur Ausziehung des meisten Zukers ein größeres Gewicht Wasser erforderlich, als die in den Rüben enthaltenen flüssigen Theile betragen. Durch Erfahrungen ist dargethan: der Extract des mit dem Zuker vereinigten Wassers müsse wenigstens um den dritten Theil mehr betragen, als der ausgepreßte Saft, wenn die größte Quantität Zuker erhalten werden soll. Hienach müssen bei der Bearbeitung von 100 Pfd. Rüben wenigstens 100 Pfd. Flüssigkeit mehrmals erhizt und abgedampft werden, wozu 50 Pfd., und da zur Darstellung von 100 Pfd. Zuker 2000 Pfd. Saft zu behandeln sind, so sind hiezu 1000 Pfd. Brennholz erforderlich.

Wird der Zuker aus getrokneten Rüben mittelst Weingeist, bloßem Wasser, oder Wasser mit irgend einem tauglichen Stoffe geschwängert, ausgezogen, so sind zwei Operationen vorzunehmen.

1) Das Troknen der Rüben. Könnte dieses in freier Luft bewirkt werden, so wäre hiezu kein Brennmaterial erforderlich. Da dieß aber jedenfalls weitläuftige Anlagen erfordern und Verlust an Zuker veranlassen würde, so kann das Troknen zwekmäßiger mittelst erhizter Luft bewirkt werden, zu deren Erhizung aber eine der zu verdampfenden Feuchtigkeit angemessene Quantität Brennmaterial erforderlich ist. Wenn 100 Pfd. Rüben so weit getroknet werden, daß davon nicht mehr als 15 bis 20 Pfd. trokene Masse verbleibt, so sind 80 bis 85 Pfd. Wasser zu verdampfen. In zwekmäßigen, die Entfernung mit Wasserdampf beladener Luft begünstigenden Troknungsapparaten, kann diese Operation mit 60 bis 80 Proc. Brennmaterial, die Verdampfung von 80 Pfd. Feuchtigkeit aus 100 Pfd. Rüben also mit 50 bis 60 Pfd. Brennholz bewirkt werden.