Text-Bild-Ansicht Band 67

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B. Zukerfabrication aus Kürbis.

Ludwig Hoffmann, ein Ungar, war Erfinder eines Verfahrens, aus dem Safte des gemeinen Kürbis, Cucurbita Pepo L., festen Zuker darzustellen, und gab hievon in einer vor Kurzem erschienenen Schrift41) Nachricht, wovon aber, da dessen Verfahren noch unbekannt und ausschließend privilegirt ist, hier nur folgende, von demselben angegebene Thatsachen mitgetheilt und der Berechnung unterzogen werden können.

Alle Kürbisarten enthalten Zuker, Hoffmann verwendete zu dessen Darstellung aber meistens nur jene Art, deren Form mehr rund als oval oder länglich ist, die Schale eine weißgrüne, ja oft ganz weißliche Farbe hat, das Fleisch aber orangegelb aussieht, die auch unter dem Namen Seidenkürbis bekannt sey.

Der Gehalt dieses Kürbis an Zuker und anderen Bestandtheilen ist noch nicht untersucht; Hoffmann gibt aber an, daß er aus 26 1/2 Cntr. Kürbis auf einen Centner Zukermehl rechnen könne, welches 3,77 Proc. Ausbeute ist. Im Vorberichte zu dieser Schrift führt B. v. Sonnenthal an: „Nehme man als richtig an, daß die Rübe 5 Proc. festen Zuker abwerfe, der Kürbis aber nur 2 1/2 Proc. festen Zuker geben würde, so wäre die Ausbeute an Zuker von beiden Früchten per Joch so ziemlich gleich, d. i. 22 Cntr. Zuker.“

1) Beschaffenheit, Bearbeitung und Ertrag des Bodens.

Der Ertrag des Bodens an Kürbisfrüchten und beziehungsweise an Zuker ist nach der Angabe des Erfinders sicherer, als der von Runkelrüben, weit weniger von klimatischen und anderen Verhältnissen abhängig, nur Frost sey den jungen Pflanzen nachtheilig. Der Kürbis gedeihe überall, selbst bei der trokensten Witterung, nehme mir jedem selbst steinigen Boden vorlieb, doch sey demselben ein lokerer, mit etwas Sand vermengter Kleiboden am zuträglichsten; er fordere zwar gute Düngung, jedoch nur auf jenen Punkten des Akers, wo der Same gelegt wird, und es sey jedes Dungmittel anwendbar, ohne einen bedeutenden Einfluß auf die Zukerbildung in dieser Frucht zu äußern. Die bezeichnete Art Kürbis erlange in der Regel binnen 3 Monaten ihre vollkommene Reife; in der ersten Hälfte des Mai angebaut, beiläufig zwischen dem halben August und halben September. Da jedoch die Früchte nicht alle auf ein

41)

Anweisung zum geregelten Anbau der Ernte, und Aufbewahrung der Kürbis, Cucurbita L., als nothwendige Voraussendung zur Darstellung des Krystallzukers aus denselben, sammt Vergleichung mit der Erzeugung des Zukers aus der Runkelrübe, versaßt von 3. Hoffmann, Erfinder und Inhaber des ausschließenden k. k. Privilegiums auf diese Erzeugung, sammt einem Vorberichte von B. v. Sonnenthal, Wien 1837, 16 Seiten mit 1 Kupfertafel.