Text-Bild-Ansicht Band 67

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24000 Maisstängel wachsen, ferner sollen 200 ganz entblätterte Stängel 100 Pfd. wiegen, und diese 44 Pfd. Saft geben.

Der Saft muß auf 1/10 zur Syrupsdike eingesotten werden, und von 50 Maaß frischen Saft, die wahrscheinlich 130 Pfd. wogen, wurden 12 Pfd. Syrup erhalten, die 3 bis 4 Pfd. krystallisirten Zuker und 6 bis 8 Pfd. Syrup gaben.

Zufolge dieser Erfahrungen würden aus 100 Pfd. Saft nur 2,3 bis 3 Pfd. krystallisirter Zuker, und von 1 Joch Akerland nur 105 bis 140 Pfd. krystallisirter Zuker gewonnen werden können. Ries bemerkt selbst, im Durchschnitte sey nur auf 94 bis 128 Pfd. Zuker per Joch zu rechnen, und zur Gewinnung von 100 Pfd. krystallisirten Zukers der Anbau von 1140 bis 1525 Quadratklaftern, oder beiläufig 1 österr. Joch Akerland erforderlich.

Wenn nun, um 4 Pfd. krystallisirten Zuker zu gewinnen, 130 Pfd. Saft mehrmals erhizt und davon nicht weniger als 126 Pfd. verdampft werden müssen, und zur Bearbeitung von 100 Pfd. Saft 50 Pfd. Brennholz erfordert werden, so sind zur Darstellung von 100 Pfd. Zuker, wenn aus 100 Pfd. Saft gewonnen werden:

a) 2,3 Pfd. krystall. Zuker, (100.50.100/2.3) = 2174 Pfd.
b) 3 Pfd. – (100.50.100)/3 = 1666 Pfd.

Brennholz erforderlich.

Man sieht, daß der Saft der Maisstängel eben so wenig wie der der Ahornbäume mit Vortheil zur Zukerfabrication im Großen anwendbar ist.

E. Ueber Zukerbereitung aus dem Traubensafte.

Aus frischem Safte reifer Trauben des Weinstokes kann Zuker von eigenthümlicher Art, Traubenzuker, dargestellt werden, der zwar Annehmlichkeit besizt, doch nicht zu jedem Gebrauche den wahren Zuker ersezen kann.

Die Menge des in dem frischen Traubensafte, dem Moste, enthaltenen Zukers ist nach dem Klima, der Beschaffenheit des Bodens, der Reife der Trauben und dem Alter der Weinstöke, und bei unter einem Klima gewachsenen auch nach mehreren anderen Umständen verschieden. Nicht die süßesten Trauben, sondern diejenigen geben den meisten Zuker, welche einen vorzüglich geistigen Wein liefern und von alten Weinstöken herrühren, und die weißen Trauben sind die zukerreichsten. Nach vielfältigen Versuchen ist Traubenzuker nicht in sichtbar krystallinischer Form, sondern nur als concrete Masse darzustellen, und wird deßhalb Krümelzuker genannt.