Text-Bild-Ansicht Band 53

Bild:
<< vorherige Seite

wurde mit so großer Sorgfalt gelegt, daß sie bis auf diesen Tag nicht die geringste Ausbesserung erforderte.

In Entfernungen von 100 Meter wurden immer Brunnenstuben angelegt, deren Röhren mit Klammern versehen sind, so daß man sie leicht aus einander nehmen kann. Bei dieser Wasserleitung sind also 32 Brunnenstuben.

Außer den Fällen, welche wir unten besonders angeben werden, sind immer vier Röhren mit englischem Kitt vereinigt, und die fünfte zur Compensation bestimmte ist am Ende durch einen bleiernen Ring mit der folgenden verbunden und außerdem mit fünf bis sechs Reihen getheerter Strike und einem zweiten bleiernen Ring umgeben. Ein bleierner Ring ist also mit dem in den Röhren laufenden Wasser in Berührung, und einer äußerlich angebracht und von dem ersten durch die Strike getrennt. Die Dike eines bleiernen Ringes ist ein Quadrat von einem Centimeter Seitenlänge.

Die Constructionen haben es erheischt, daß die Röhren der ersten höher gelegenen Brunnenstube nur mittelst Bleiringen und getheerten Striken mit einander verbunden werden. Man war auch genöthigt dasselbe Mittel bei den drei lezten Brunnenstuben im Innern der Stadt anzuwenden.

Endlich brachte man noch an allen Stellen der ganzen Wasserleitung, wo englischer Kitt gebraucht wurde, äußerlich einen Bleiring an, um jedes Entweichen von Wasser zu verhindern, falls der Kitt nicht gut geschlossen hatte.

Diese Wasserleitung ist mit 1 Meter Erde bedekt und liegt fast auf ihrer ganzen Länge im Wasser.44)

Es folgt aus dieser Beschreibung, daß die inneren Bleiringe mit dem Wasser der Röhren in Berührung sind und die äußeren Bleiringe sich im durchsikernden Wasser befinden.

Wir rechnen 367 innere Bleiringe und 1243 äußere. Da die Dike eines Ringes 1 Centimeter beträgt, so wäre die Länge in der Richtung der Achse aller inneren Ringe 3,67 Meter und die der äußeren Ringe 12,43 Meter. Die Länge des Gußeisens beträgt 3200 Meter. Man wird bemerken, daß das Blei in größerer Menge am Ende und am Anfang als in der Mitte der Leitung vorkommt.

Das Wasser, welches zuerst ankam, hatte eine ocherartige Farbe, verursacht durch das mechanisch mitgeführte Eisenoxyd der Röhren.

Nach einiger Zeit glaubte man in der senkrechten Röhre, welche das Wasser oben im Wasserturm ausgießt, kleine Ansäze von Eisenoxyd

44)

In der ganzen Ebene von Grenoble steht das Wasser 0,66 Meter bis 1 Meter hoch.

A. d. O.