Text-Bild-Ansicht Band 53

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zu bemerken, welche der inneren Oberfläche anhingen. Dieselben waren anfangs kaum sichtbar, wurden aber allmählich größer und erreichten endlich die Größe eines Hirsekorns, einer Linse, einer Erbse; gegenwärtig bilden sie Concretionen von 10 bis 24 Millimeter Höhe, deren Anzahl beträchtlich ist. Da die senkrechte Röhre der Wirkung des Sonnenlichtes oder der Luft ausgesezt ist, wenn man den Wasserthurm reinigt, so glaubte man anfangs, daß sich dieselbe mit eisenhaltigen Knollen und mit pflanzenähnlichen Erzeugungen von der Natur des Wassermooses überzogen hatte, ohne daß die übrige Wasserleitung deßwegen eine Veränderung erlitt; bald bemerkte man aber, daß die Brunnen weniger Wasser lieferten und bei einer am 14. Sept. 1833 angestellten Untersuchung ergab es sich, daß die 1431 Liter Wasser auf 680 reducirt waren. Man nahm die Röhren an mehreren Stellen auseinander und fand, daß die Leitung mit eisenhaltigen Knollen überzogen war.

Diese Schwämme oder Knollen sind von ungleicher Größe; ihre Vertheilung im Inneren der Röhren ist sehr unregelmäßig. Sie haben die Gestalt einer halben Birne, deren Schweif gegen den Anfang der Quelle gerichtet ist; sie sind einzeln oder zu 2, 3, 10 bis 40 und darüber gruppirt; ihre Oberfläche ist rauh; sie sind schwarz, werden aber in Berührung mit der Luft bald gelb; sie bestehen aus Schichten, die zerreiblich und von lokerem und weichem Gewebe sind und trennen sich sehr leicht los; sie scheinen in etwas größerer Anzahl gegen den unteren Theil der Röhre, weniger an den Seiten und noch weniger in dem oberen Theil der Röhre vorzukommen; außerhalb der Röhren findet man keine solchen Knollen, sondern bloß eine dünne Schichte von Eisenoxyd.

Diese eisenhaltigen Concretionen bestehen nach einer sehr sorgfältig angestellten Analyse aus:

Sand oder Kieselerde 1,34
Eisenoxyd 55,80
Eisenoxydul 8,60
Verlust im Feuer 34,00
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99,74.

Wenn man diese Knollen, so wie sie aus den Röhren kommen, einige Tage lang bei einer Temperatur von 15 bis 16° C. in einem Zimmer liegen läßt, so scheinen sie vollkommen troken.

Es gibt in der Stadt Grenoble Brunnen, welche durch andere Quellen gespeist werden, die von der Tronche auf dem rechten Ufer der Isére genommen sind. Diese Wasserleitung, welche ehemals aus bleiernen Röhren bestand und häufig ausgebessert werden mußte, ist im Jahre 1827 verändert und durch eine gußeiserne von derselben