Text-Bild-Ansicht Band 53

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55,8 Eisenoxyd, welches absorbiren mußte 17,30 Sauerstoff;
8,6 Eisenoxydul 1,98
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Betrag des absorbirten Sauerstoffs 19,28.

Wenn diese 19,28 Sauerstoff von der Zersezung des Wassers herrühren, so mußten sie 2,38 Theile Wasserstoff entbinden. 100 Kil. Niederschlag sezten also 2,38 Kil. Wasserstoff in Freiheit. Folglich mußten die 1452 Kil. (so viel wiegt der ganze Niederschlag) 34,56 Kil. oder 378 Kubikmeter erzeugen.

Diese Quantität wurde in sieben und einem halben Jahre entwikelt oder in ungefähr zweitausend siebenhundert und vierzig Tagen. Man kann also annehmen, daß sich 138 Liter Wasserstoff täglich oder 1,60 Kubikmeter in der Secunde entbanden.45)

Wir haben das Vorkommen dieser Gasart auszumitteln gesucht und brachten zu diesem Ende einen Apparat im oberen Theile des Wasserthurms und einen anderen am Anfange der Röhren gegen die Quellen und auf dem ersten Luftloch an. Es entwikelte sich aber während einer halben Stunde nicht die geringste Blase, so daß das Gas, wenn es vorhanden war, im Wasser hätte aufgelöst seyn müssen.

Zwei Liter Wasser, welche im Wasserthurm aufgefangen wurden, ehe dasselbe durch seinen Fall in den Kessel eine Gasart entbinden konnte, gaben bei mehrstündigem Kochen im Ganzen 64,40 Kubikcent. Gas oder 32,20 per Liter. Dieses Gas enthält 0,246 seines Volumens Sauerstoff. Es besteht daher nicht ganz aus atmosphärischer Luft. Da der Wasserthurm in der Minute 680 Liter, oder 11,33 Liter in der Secunde liefert, so folgt, daß 1,60 Kubikmeter Wasserstoff, welche in einer Secunde entwikelt werden, mit 11,33 × 32,2 = 364,83 Kubikmeter einer anderen Gasart vermengt sind; er ist also darin im Verhältniß von 43 zu 10,000.

Eine so geringe Menge Wasserstoff kann man unmöglich mit Sicherheit nachweisen, denn wenn man auch annimmt, daß der elektrische Funke sie gänzlich mit Sauerstoff verbinden kann, ungeachtet

45)

Diese Berechnung diente zugleich zum Beweis, wie wenig die gußeisernen Röhren angegriffen werden. Es ergibt sich daraus nämlich, daß die Zerstörung dieser Röhren im Durchschnitt nur 33 Tausendtheile eines Millimeters Dike betrug, woraus man schließen muß, daß die Leitung, wenn sie fortfährt sich wie bisher zu oxydiren; wenigstens zwanzig Jahrhunderte dauern könnte. Das ganze Uebel, um dessen Beseitigung es sich gegenwärtig handelt, besteht also in der Verstopfung der Röhren. Die Concretionen sind zwar sehr leicht durch bloßes Krazen aus den Röhren wegzuschaffen, es ist aber unumgänglich nöthig, die Erneuerung dieser Operation zu vermeiden, weil die gegenwärtige Einrichtung der Leitung sie schwierig und kostspielig macht.

Hr. Gueymard hat die Abnüzung des Gußeisens unter den Knollen auf 0,00016 Met. geschäzt, was die Dauer der Röhren auf 500 Jahre reduciren würde. Wir haben bei unserer Berechnung eine gleichförmige Zerstörung angenommen, was aber nicht richtig ist, im zweiten Falle ist sie hingegen an der Stelle angenommen, wo sie wirklich Statt findet.

A. d. O.