Text-Bild-Ansicht Band 121

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so ist ein Kupfersalz unerläßlich, um eine Schicht von gewisser Dicke zu erhalten und in diesem Falle sind die Farben viel lebhafter.

Ich zähle nun alle Chlorverbindungen auf, deren ich mich bediente und ordne sie dabei in Classen.

Wirkung der verschiedenen Chlorverbindungen. — Erste Classe: Chlorverbindungen, welche allein angewandt, auf die Silberplatte die Wirkung haben, daß sie alle oder doch mehrere Farben des Spectrums annimmt. Dahin gehören die Chloride des Kupfers, Eisens, Nickels, Kaliums, und die unterchlorigsauren Salze des Natrons und des Kalks, sowie das flüssige Chlor.

Zweite Classe: Chlorverbindungen, welche allein angewandt, auf die Silberplatte wirken und doch am Licht keine gefärbten Bilder geben. Dieß sind die Chloride des Arseniks, Antimons, Broms, Wismuths, Jods, Golds, Platins und Schwefels.

Dritte Classe: Chlorverbindungen, welche allein angewandt, auf die Silberplatte nicht wirken, wohl aber, wenn man sie mit einem Kupfersalz versetzte (namentlich mit schwefelsaurem oder salpetersaurem Kupfer). Dieß sind die Chloride des Aluminiums, Silbers, Baryums, Cadmiums, Calciums, Kobalts, Zinns, Mangans, Magnesiums, Phosphors, Natriums, Strontiums und Zinks. Die mit 1/10 Wasser verdünnte Salzsäure, salpetersaurem Kupfer zugesetzt, wirkt auf die Platte und gibt alle Farben.

Vierte Classe: Chloride oder chlorsaure Salze, welche, obschon mit einem Kupfersalze vermischt und auf die Silberplatte einwirkend, doch durch das Licht keine Farben geben: diese sind das Quecksilberchlorid und das chlorsaure Blei.

Aus den von mir beobachteten Erscheinungen, wie ich sie nach wiederholten Versuchen hier mittheilte, scheint hervorzugehen, daß zwischen den farbigen Flammen und den farbigen Bildern, welche man durch das Licht auf einer Silberplatte erhält, die mittelst der die Flammen färbenden Chloride und chlorsauren Salze präparirt wurde, wenn auch keine vollkommene Gleichheit, doch eine große Analogie der Farben besteht.