Text-Bild-Ansicht Band 121

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für die Locomotive, was acht Pferdekräfte gibt. Die Maschine hat aber jedenfalls zwölf Pferdekräfte, was, wie ich vorher bemerkte, beiläufig die Hälfte ihrer möglichen Leistungsfähigkeit ist. Ein Hauptfehler derselben war die mangelhafte Isolirung der Drahtspiralen; nachdem nämlich die Locomotive auf die Bahn gebracht war, fand man es für nöthig, fünf Spiralen ihrer Wirkung zu entheben und gerade an dem wichtigsten Punkt; um diesem Fehler abzuhelfen, hätte man beide Maschinen ganz herausnehmen müssen, was schon die zur Benutzung der Bahn bewilligte Zeit nicht gestattete. Eine andere bedeutende Schwierigkeit veranlaßte das Zerbrechen der porösen Zellen in der Batterie, wobei sich die zwei Säuren vermischten und ein großer Theil der Kraft verloren ging; die Zellen waren nämlich aus einem schwachen Thon gemacht und hatten durch häufigen Gebrauch schon so gelitten, daß sie durch die geringste Veranlassung zerbrachen. Bevor wir abfuhren, zerbrachen zwei, und diesem Fehler konnte nur theilweise abgeholfen werden; nicht weit von Bladensburg zerbrachen noch zwei und verminderten plötzlich unsere Triebkraft nicht unbedeutend. Bei unserer Rückkehr etwa zwei Meilen von Bladensburg zerbrachen noch drei, und wir waren mindestens auf die Hälfte unserer Kraft reducirt. Die Fahrzeit von Washington nach Bladensburg war 39 Minuten; ohne einen fünfmaligen Aufenthalt hätten wir wahrscheinlich die Fahrt in weniger als 30 Minuten gemacht. Eine sehr wichtige und interessante Eigenthümlichkeit dieser Maschine ist die, daß ihre Kraft beim Rückwärtsfahren fast zweimal so groß als beim Vorwärtsfahren ist; wenn man nämlich die Bewegung der Maschine verkehrt, so ist die magneto-elektrische Induction zu Gunsten des Batteriestroms und erhöht dessen Wirkungen. Dem Fehler in den Zellen läßt sich für die Folge leicht abhelfen. Die schwingende Bewegung des Maschinenwagens läßt sich dadurch vermeiden, daß man rotirende Maschinen anstatt solcher mit Hin- und Herbewegung anwendet. Die größte Geschwindigkeit welche ich bei meiner Probefahrt erreichte, war ungefähr 19 engl. Meilen in der Stunde. Charles G. Page. Washington, l. Mai 1851.

Wenn man bedenkt, daß man vor Page's Versuchen mittelst des Elekromagnetismus höchstens eine halbe Pferdekraft hervorzubringen vermochte, welche wahrscheinlich hundertmal soviel kostete als es bei seinem System der Fall ist. so wird man das von ihm erzielte Resultat als ein großes und vielversprechendes betrachten. (Silliman's american Journal of science and arts, Juli 1851, S. 139.)

Taucherapparat von Hrn. Cavé.

Dieser Apparat dient, um auf dem Grund der Flüsse und Ströme Arbeiten und Untersuchungen fast mit derselben Leichtigkeit vornehmen zu können, als wenn man die Hindernisse des Wassers nicht zu bekämpfen hätte.

Man kann diesen Apparat verschieden zusammensetzen; im folgenden beschreibe ich denjenigen welcher gegenwärtig auf der Seine, dem Institut gegenüber, in Gebrauch ist.

Auf einem mit einer Dampfmaschine versehenen Ausräumeboot hat man eine große eiförmige Luftkammer von Eisenblech befestigt, welche 7 Meter im Durchmesser und 5 Meter Höhe hat. Beiläufig in der Mitte dieser Kammer wurde eine große Oeffnung angebracht, welche durch den Boden des Boots geht. In dieser Oeffnung, welche mit dem Fluß communicirt, befindet sich ein an beiden Enden offener Cylinder von Blech, welcher bis auf den Grund des Wassers hinabgeschoben werden kann. Die Verbindung welche die Luftkammer schließt, besteht aus einer Lederkappe, welche mit ihrem einen Ende an dem Fußboden der genannten Kammer und mit dem anderen Ende an dem oberen Theil des Cylinders so befestigt ist, daß letzterer je nach der Tiefe des Flusses höher oder tiefer gestellt werden kann. Wenn man den Grund des Wassers untersuchen will, braucht man bloß diesen Cylinder hinabzulassen und die Luft in der Kammer zu comprimiren; das Wasser entweicht dann am unteren Ende des Cylinders, ein Theil des Flusses wird trocken gelegt und die Arbeiter können also auf den Grund hinabsteigen und daselbst ohne Schwierigkeit ihr Geschäft verrichten.