Text-Bild-Ansicht Band 121

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Die Maschine zum Falten der Briefcouverts von E. Hill und W. de la Rue.

Nachdem die Papierstücke, aus denen Briefcouverts zusammengefaltet werden sollen, auf einer Schwengelpresse ausgeschnitten und mit einer verzierten Oblate versehen worden sind, werden sie Stück für Stück durch einen Arbeiter auf einen viereckigen oder länglich viereckigen Rahmen der Fallmaschine gelegt. An sämmtlichen Ecken dieses Rahmens sind Vorsprünge angebracht, welche zur Führung des Papieres dienen; ferner ist dieser Rahmen mit einem beweglichen, auf Springfedern ruhenden Boden versehen. Ein niedergehender, der Größe der herzustellenden Couverts entsprechender Stempel drückt das Mittelstück des Couverts sammt dem beweglichen Boden in den Rahmen nieder, und biegt dadurch die vier Ecken des erstern in die Höhe. Der Stempel selbst besteht aus zwei verschiedenen Theilen; der erste entspricht den kürzeren, der zweite den längeren Seiten des Couverts und beide Theile können sich unabhängig von einander bewegen. Während die kürzeren Seiten des Stempels in die Höhe gehen, halten die beiden längeren das Papier noch nieder. Während des schieben sich zwei trianguläre Metallstücke über dem Papier zusammen und falten dadurch die Endstücken des Couverts nieder; unmittelbar nachher rückt ein horizontaler (von Stahl, mit einem Pinsel oder einem Schwämmchen am Ende) vor und streicht Gummi oder eine andere adhäsive Materie, welche ihm von einem endlosen Bande fortwährend zugeführt wird, auf die Ränder der Ecken des Couverts. Sodann drückt ein drittes trianguläres Metallstück die dritte Couvertecke auf die beiden gummirten Lappen nieder. Schließlich faltet ein Stempel von der Größe des herzustellenden Couverts noch den vierten Lappen nieder und drückt das Ganze zusammen. Das so gefertigte Couvert wird endlich durch ein Paar Metallfinger, deren Enden mit Kautschuk versehen sind, gefaßt und zur Seite auf ein endloses Band geschoben, welches die fertigen Couverts allmählich fortschafft und unter eine Preßwalze bringt. Während dieser Operation hat sich der falsche Boden bereits wieder im höchsten Stande befunden und empfängt demnächst ein neues Papierstück, welches dieselben Arbeitsstadien durchläuft wie das erste. Die fertigen Couverts werden von der Maschine stoßweise aufgeschichtet. Wird die beschriebene Maschine durch Dampfkraft bewegt, so hat sie zu ihrer Bedienung nur einen Knaben nöthig, der sie fortwährend mit zugeschnittenen Papierstücken speist, und liefert pro Minute 60 Couverts. (A. a. D.) — A. Rémond's Maschine zum Falten der Briefcouverts, welche ebenfalls auf der Londoner Ausstellung in Betrieb zu sehen war, ist im polytechn. Journal Bd. CXIV S. 329 beschrieben und abgebildet.

Ueber mineralischen Indigo.

Die prächtig blaue Verbindung, welche man beim Zusammenbringen von Molybdänsäure und ihren Salzen mit reducirenden Körpern, wie Zink, Zinn, Eisen und manchen organischen Stoffen erhält, hat längst den Wunsch der Techniker erregt, dieselbe auf Zeuge übertragen zu können, aber alle Versuche der Art scheiterten an der Schwierigkeit das Pigment in voller Reinheit, in einem zweckmäßigen Lösungsmittel und in einem beliebigen Grade der Concentration zu erhalten. Neuere Untersuchungen über das Molybdän haben uns mit einer anderen gefärbten Verbindung der Molybdänsäure bekannt gemacht, welche dem angedeuteten Zwecke nicht allein vollkommen entspricht, sondern auch manche Vortheile für den Zeugdruck gewährt, welche in den Händen eines Technikers von bedeutender Wichtigkeit werden können.

Fällt man aus einem molybdänsauren Alkali nach vorherigem Zusatz eines phosphorsauren Salzes die Molybdänsäure mittelst Salzsäure, so erhält man dieselbe in Form eines zarten, lebhaft zitrongelben, in Wasser schwer löslichen Pulvers, dessen Farbenton durch Zusatz einiger Tropfen Salpetersäure bedeutend erhöht wird. Dieser Körper ist im wesentlichen Molybdänsäure mit geringen Mengen von phosphorsaurem Alkali. Caustische und kohlensaure Alkalien lösen das ausgewaschene und getrocknete Pulver mit Leichtigkeit zu einer klaren Flüssigkeit, aus welcher Säuren es unverändert wieder fällen. Beizt man ein Stück Zeug in einer Auflösung desselben in