Text-Bild-Ansicht Band 120

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6. Waschen in Waschrädern, 20 Minuten.

7. Einweichen in schwache Schwefelsäure von 1,025 spec. Gewicht (3½ ° B.), 30 Minuten.

8. Abtropfenlassen während 2 Stunden, und schwaches Waschen, 10 Minuten.

9. Einweichen in sehr schwacher Chlorkalk-Auflösung, 3 Stunden.

10. Waschen, 20 Minuten.

11. Kochen in einer Auflösung von Sodasalz (kohlensaurem Natron). 30 Pfd. auf 3000 Pfd. Zeug, 6 Stunden.

12. Waschen, 10 Minuten.

13.Einweichen in sehr schwacher Chlorkalk-Auflösung, 10 Stunden.

14. Waschen, 10 Minuten.

15. Einweichen in verdünnter Schwefelsäure von 1,025 spec. Gew., 20 Minuten.

16. Abtropfenlassen 1 Stunde, und gutes Waschen 20 Minuten.

Zeitdauer im Ganzen: 45 Stunden.

Dieses Verfahren kostet dem Bleicher (bei dem niedrigen Preis der Soda in England) ungefähr 9 Pence per 100 Pfd. Zeug. Für das Bleichen eines Kattuns von 32 bis 36 Zoll Breite und 24 Yards Länge bezahlt man 6 Pence — oder für einen Kattun von 36 bis 40 Zoll Breite und 40 Yards Länge, 10 Pence.

Beim Bleichen feiner Zeuge, wie Muslin, unterläßt man das Kochen in Kalk. Caustische Sodalauge wird nur für schwere Waare angewandt. Das Kochen in kohlensaurem Natron ersetzt man oft durch ein Kochen in Seifenlösung. Das Kochen mit Kalk ist vielleicht die wichtigste Operation; denn der Kalk hat die Eigenschaft die Fettstoffe auf dem Zeug sehr leicht zu verseifen, und die gebildete Kalkseife wird dann durch kohlensaures Natron zersetzt und abgezogen. Der Kalk modificirt auch die Farbstoffe so, daß sie schneller durch Chlor zerstört werden.

Der anzuwendende Chlorkalk muß gut mit dem Wasser gemischt werden, und man muß nach bewerkstelligter Auflösung desselben die unaufgelösten Theile vollständig absetzen lassen; denn wenn man dieses nicht thut, hängt sich eine unlösliche Chlorverbindung, welche einen Theil des unaufgelösten Pulvers bildet, an den Baumwollzeug, und wenn derselbe hernach in das Sauerwasser getaucht wird, wird diese Chlorverbindung zersetzt und entbindet auf ihrem Platz soviel Chlor, daß der Zeug augenblicklich verbrennt. — Die erforderliche Stärke der Chlorkalk-Auflösung hängt von der Beschaffenheit der zu bleichenden Waare und von der angenommenen Bleichmethode ab. Bei dem „langsamen Verfahren“ läßt man die Stücke, nachdem sie einige Stunden in der Chlorkalk-Auflösung eingeweicht worden sind, lange Zeit auf einem Boden von Steinplatten aufgehäuft; bei dem „mechanischen oder schnellen Verfahren“ werden hingegen mehrere Tausend Ellen Zeug aneinander