Text-Bild-Ansicht Band 120

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einer gesättigten Auflösung von kaustischem Baryt (oder einer Mischung von salzsaurem Varyt und Aetzammoniak), und rühre 10–15 Minuten lang um. Der Baryt zieht den Farbstoff an, und scheidet ihn von dem flüchtigen Oel ab, welches wieder zu einer anderen Operation verwendet werden kann. Die dunkel indigblaue Masse von Farbstoff und Baryt wird mit Essigsäure behandelt, um den Baryt zu neutralisiren, und wenn man sie dann auf Baumwollenzeuge druckt, welche mit essigsaurer Thonerde gebeizt sind, erhält man ein schönes Purpurroth. — Man kann aber auch die essigsaure Mischung mit essigsaurer Thonerde versetzt auf Baumwollenzeuge drucken, welche wie für Krapp-Extract auf oben angegebene Weise geölt worden sind, und erhält dann ein schönes Purpurroth, welches Seifen, Alkalien und Säuren widersteht.

XLVI. Ueber ein neues Verfahren den rohen Talg auszulassen, ohne daß sich unangenehme und ungesunde Dünste verbreiten; erfunden von dem Civilingenieur Evrard in Paris. Bericht von Hrn. Bussy.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Febr. 1851, S. 54.

Der rohe Talg ist das Fettgewebe (die Fettmasse), sowie man es aus den Thieren erhält; die Fettsubstanz befindet sich darin in einer Menge kleiner Zellen eingeschlossen, welche selbst von mehr oder weniger starken Häuten umgeben sind, denen fast immer noch Fleischtheile anhangen.

Das Auslassen (Ausschmelzen) des rohen Talgs hat den Zweck, die Fettsubstanz von Fleischtheilen, den Häuten, dem Wasser, überhaupt allen anderen Substanzen zu trennen.

Das bloße Erwärmen des rohen Talgs auf eine Temperatur, welche nur das Fett zu schmelzen vermag, würde nicht hinreichen um letzteres abzusondern; man würde hierbei nur ganz unbedeutende Mengen Fetts erhalten, sogar gar keines, wenn man es mit völlig unverletzten Geweben zu thun hätte.