Text-Bild-Ansicht Band 155

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damit der Entladungsstrom keine Wirkungen in derselben hervorbringen kann, die wir als schädlich ansehen müssen.

4. Die Leitung soll möglichst und so tief in den Boden einmünden, daß sie mit feuchtem und stets feucht bleibendem Erdreich in Verbindung bleibt, und soll hier mit großer Oberfläche mit dem Boden in Berührung stehen. Diese sog. Bodenleitung muß nämlich so angeordnet seyn, daß der Blitzableiter als vollkommen unisolirt betrachtet werden kann.

5. Darf eine durch Gewitterwolken in der Nähe des Gebäudes herbeigeführte elektrische Influenz sich nur allein auf den Blitzableiter selbst erstrecken, und sonst auf keinen in der Umgebung befindlichen Körper.

6. Darf durch die in Folge jener Influenz im Blitzableiter etwa eintretende Ladung weder durch Vertheilung, noch in dem Augenblicke, in welchem der Entladungsstrom selbst zum Vorschein kommt, ein Object in der Umgebung eine Einwirkung erfahren.

Diese Anforderungen im Auge behaltend, wollen wir nun die einzelnen Theile eines einzigen Blitzableiters in Kürze betrachten.

Was vor Allem die sog. Auffangstange betrifft, so erwähne ich bloß, daß dieselbe ihrer ganzen Ausdehnung nach nur kreisförmige Querschnitte haben darf, und daß der oberste Querschnitt, an welchem die Spitze angebracht wird, bei Stangen aus Schmiedeeisen niemals einen kleineren Durchmesser haben soll, als der ist, den eine Leitung aus Rundeisen besitzen muß. Da nun die Erfahrung zeigt, daß der Durchmesser einer cylindrischen Leitung aus Schmiedeeisen in keinem Falle geringer als 6 Pariser Linien seyn darf, so hat man der Anordnung der Spitze halber den Durchmesser des obern Endes der Auffangstange nicht unter 7 bis 8 Par. Linien, und überhaupt immer um 1 bis 2 Linien größer zu nehmen, als den einer cylindrischen Leitung aus Schmiedeeisen.

Was nun die Spitze selbst anbelangt, so hat man bisher entweder einen Kupferkegel gewählt, der in die Stange zuweilen gesteckt, zuweilen eingeschraubt wurde. Diese Spitze war ferner entweder vergoldet oder nicht. Bei kleineren Auffangstangen hat man selten eine eigene Spitze angebracht, sondern man ließ gewöhnlich die Stange selbst bloß spitzig ausstrecken. Da nun in der Praxis schon seit Franklin's Zeiten (der bekanntlich schon das Kupfer als Material der Spitze in Vorschlag brachte) nicht bloß bei jedem vorkommenden Blitzschlag die erste Verletzung, welche selbst bei untadelhaften Ableitern eintreten kann, die Spitze traf, indem diese jedesmal entweder gekrümmt oder sogar abgeschmolzen wurde, sondern auch selbst bei geräuschlosen Entladungen die Spitzen der Blitzableiter nach kürzerer oder längerer Zeit unwirksam wurden, so hat man bezüglich der Anordnung