Text-Bild-Ansicht Band 155

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eine wahrnehmbare Wärmewirkung nicht hervorzubringen vermögen; es ist nämlich unbedingt nothwendig, daß der den Blitzableiter durchströmenden Elektricität auch an allen Stellen dieser wirkliche Querschnitt dargeboten werde, und daß keine Stelle des Ableiters eine so große elektrische Dichte anzunehmen fähig ist, um auf die Umgebung schädlich einwirken zu können. Es muß daher der Blitzableiter auf seiner ganzen Strecke die gehörige metallische Continuität besitzen, und zwar die, vermöge welcher auch keine Verbindungsstelle einen größeren Leitungswiderstand darzubieten vermag, als irgend ein Theil der Leitung etc. selbst. Die richtige metallische Verbindung der Leitung mit der Auffangstange, so wie die wirkliche metallische Vereinigung der Leitungsstücke unter sich, ist daher von größter Wichtigkeit. Solche Verbindungen können nur nach vorher vorgenommener metallischer Reinigung der an einander zu fügenden Stellen durch Löthen in sachgemäßer Weise vorgenommen werden, und es ist selbst ein Schutzmittel für diese Löthstellen, wie ein solches eine dicke Schichte aus Gutta-percha darbietet, mit welcher dieselben umpreßt werden können, nicht überflüssig. Jede andere Verbindungsweise aber kann nicht als eine metallische angesehen werden, und es ist daher das bisher übliche Verfahren, bei welchem die Blitzableiterseile bloß um die Auffangstangen und um die Stifte gewunden, und dann die Stücke der Leitung aus Drahtgeflechten unter sich nur verknüpft worden sind, unbedingt zu verwerfen. Durch dieses Verfahren werden nur unterbrochene Blitzableiter hergestellt, die bei sonst auch untadelhafter Anordnung das sog. Abspringen des Blitzes herbeiführen müssen, wenn das betreffende Gebäude je einmal von einem Blitzschlage getroffen würde.

Nicht unwichtig ist die Art und Weise, wie die Führung der Leitung von der Auffangstange aus bis zum Boden vorgenommen wird. Durch die Führung beabsichtigt man nämlich der Leitung eine bestimmte, und zwar eine fixe Richtung zu geben, welche durch äußere Einwirkungen niemals alterirt werden kann. Ob man die Führung isolirt an dem Dache, sowie an den Mauerwänden anzulegen für zweckmäßig und nothwendig anzunehmen hat, habe ich bei einer anderen Gelegenheit erörtert, und ich bemerke daher hier nur, daß eine solche Isolirung bei untadelhaften Blitzableitern überflüssig ist, selbst wenn man im Stande wäre, eine vollkommene Isolation, die auch unter allen Umständen unverändert bleiben würde, auszuführen, daß hingegen bei sonst mangelhaften Blitzableitereinrichtungen durch die Isolation der Führungsstifte oder Krampen etc. die Leitung in keinen vollkommeneren Zustand versetzt wird.

Sehr nützlich dürfte es aber seyn, die Führung der Leitung so vorzunehmen, daß diese nicht den atmosphärischen Einwirkungen, oder sogar