Text-Bild-Ansicht Band 155

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hielt, sich durch die fehlerhast angelegten Bodenleitungen gründlich erklären lassen, während die sog. Wirkungssphäre (über deren Kenntniß übrigens allerdings noch ein gewisses Dunkel herrscht) dabei gar nicht in Betracht zu kommen hatte. Indem ich die Aufführung aller hieher gehörigen Einzelheiten bei dieser Gelegenheit umgehe, so stelle ich die Principien zusammen, von welchen man bei Anlegung der Bodenleitung auszugehen hat, wenn man den gestellten Anforderungen genügen will:

1. Ist für den unterirdischen Theil der Leitung eine Metallsorte zu wählen, die nicht leicht eine Veränderung durch den wechselnden feuchten und trockenen Zustand der Bodenschichten, in die sie zu liegen kommt, erfährt. Hiefür möchte das verzinkte Eisen in Seil-, Blech- oder Röhrenform am besten sich eignen.

2. Der unterirdische Theil der Leitung muß auf der ganzen Strecke von der Einmündung der Leitung in den Boden bis zur eigentlichen Bodenleitung mit allen Erdschichten selbst entweder unmittelbar oder durch metallische Leiter in Berührung stehen, und muß ebenso, wie die oberirdische Leitung eine vollkommene metallische Continuität besitzen. – Das Einlegen der Leitung in sog. Versenkungscanäle aus Steinen oder Holz etc. ist unzulässig, und die Benützung von Holzkohlen für diese Zwecke hat nicht den Werth, den man gewöhnlich ihrer Mitwirkung zuschreibt. Die Holzkohlen würden allerdings zur Conservirung der unterirdischen Metallstrecke des Blitzableiters beitragen, wenn sie in frisch ausgebranntem oder ausgeglühtem Zustande zur Anwendung kommen, und dann auch nach längerer Zeit diese absorbirenden Eigenschaften beibehalten würden. Da aber ihre Wirksamkeit in dieser Beziehung nur unter ganz besonderen Umständen andauert, so schützen dieselben die Leitung auch nicht auf die Dauer gegen chemische Veränderung der letzteren; ihre Rolle hingegen als Leiter der Elektricität ist so geringfügig, daß sie für den in Rede stehenden Zweck gar nicht in Betracht kommen kann.

3. Muß für die eigentliche Ausleitung in den Boden immer ein ausgedehntes Gewässer aufgesucht oder gewählt werden.

4. Müssen, wenn offene, unbegränzte Gewässer sich nicht in der Umgebung befinden, Brunnenschachte hiefür von solcher Weite gegraben werden, daß sie das Ende der Leitung aufzunehmen fähig sind. Die Zahl derselben richtet sich nach der Terrainbeschaffenheit und anderen Umständen, die namentlich mit der Leitungsfähigkeit der Materialien, die bei der Construction des zu schützenden Gebäudes verwendet werden, ferner mit der Beschaffenheit des Grundes und Bodens, auf dem dasselbe ruht etc. zusammenhängen.