Text-Bild-Ansicht Band 155

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5. Die größte Tiefe, in welcher das Ende der Bodenleitung sich befinden soll, richtet sich nach dem durch Erfahrungen vorher zu erholenden niedersten Wasserstande der disponiblen Wassermassen.

6. Hat man stets auf die Leitungsfähigkeit der durchnäßten oberen Bodenfläche bei etwa eintretendem Regen Rücksicht zu nehmen, und zwar ist diese insbesondere da zu beachten, wo durch Brunnenbohrungen das Ausleiten des Blitzableiters in das Bodenwasser etc. vermittelt werden muß. Man soll daher schon unmittelbar unter der Oberfläche der Erde von dem Hauptstamme aus, der die Bodenleitung bildet, mehrere Aeste seitwärts nach gesenkten Stellen hin, die der Durchnässung von den meteorischen Niederschlägen am meisten ausgesetzt sind, gehen lassen, die eine genügende Länge haben.

7. Bei jeder Bodenleitung hat man insbesondere dafür zu sorgen, daß jedesmal die Leitung im Boden vom Gebäude hinweg immer nach tiefer liegenden und geneigten Stellen, nie aber in horizontaler Richtung oder gar nach höher liegenden Stellen geführt werde. Die Stellen, wo die unterirdische Leitung in ihre eigentliche Ausleitung ausmündet, müssen unter allen Umständen so tief als nur möglich unter der Horizontalebene, bei welcher die oberirdische Leitung in den Boden geführt wird, zu liegen kommen.

8. Die Ausleitung in den Boden darf nie in der unmittelbaren Nähe anderer und benachbarter Gebäude gewählt werden.

Man könnte vielleicht diese Anforderungen für zu umfassend halten; bedenkt man aber, daß der eigentliche Entladungsstrom schon vor dem sog. Einschlagen eine Ausleitung an Stellen des Bodens ausgewählt hat, daß also, wenn man derartige Stellen nicht für die Bodenleitung des Blitzableiters selbst wählt, dieselben vom Blitze auf anderem Wege aufgesucht werden, so wird man sogar bei Anlegung der Bodenleitung in ängstlicherer Weise zu verfahren sich veranlaßt finden, als dieß bisher geschehen ist. – Ob die Anlagekosten höher kommen, oder nicht, wie bei den gewöhnlichen – übrigens bei uns nur im Allgemeinen üblichen – Anordnungen, kann hier nicht als entscheidendes Element gelten; aber bemerken will ich, daß in den meisten Fällen der Praxis selbst ein derartiger Einwurf sich nicht als stichhaltig zeigen wird, wenn man die hierauf Einfluß habenden Verhältnisse gehörig dabei berücksichtiget.

Nachdem ich nun für einen einzigen Blitzableiter die Grundzüge dargestellt habe, welche bei Anlegung von Blitzableitern als Ausgangspunkte berücksichtigt werden sollen, so ist es nöthig, auch einige Bemerkungen über die Zahl der Blitzableiter, mit denen ausgedehnte Gebäude versehen werden sollen anzufügen. Es hat sich aus dem vorigen Jahrhundert