Text-Bild-Ansicht Band 157

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das feinste Zinkweiß endlich als zur sogenannten Hochpolitur, zumeist der optischen Gläser, vortrefflich. Das Zinkweiß polirt nicht nur rasch, sondern mit der feinsten Sorte erhält das Glas auch den höchsten rein weißen Glanz (Feuer), wie man sich leicht durch vergleichweises Auspoliren mit Zinnoxyd überzeugen kann. Unter dem Mikroskope erscheinen bei Anwendung des Zinkweißes viel weniger Theilchen davon ins Glas eingerieben, als bei Benutzung von Eisenoxyd oder Zinnoxyd. Zur Hochpolitur für die kostbarsten optischen Instrumente dürfte sich jedoch vorzugsweise das in Frankreich unter dem Namen Blanc de neige bekannte Zinkweiß eignen29), welches viel feiner und weißer als die beste Sorte der Peterswalder Farbe ist.

XLIX. Ueber das Verfahren zum Versilbern des Spiegelglases von Brossette und Comp.; Bericht von Levol.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Mai 1860, S. 257.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die HHrn. Brossette und Comp. in Paris (rue de Charonne, No. 100) versilbern Spiegelglas nach einem Verfahren, welches sie sich schon im J. 1855, sowohl in Frankreich als im Auslande, patentiren ließen.30)

Bis auf die neueste Zeit hat man zum Spiegelbelegen das Zinnamalgam ausschließlich benutzt, ungeachtet der nachtheiligen Folgen, welche durch die Anwendung des Quecksilbers in Bezug auf die Gesundheit entstehen müssen.

Liebig lenkte meines Wissens zuerst im J. 1836 die Aufmerksamkeit auf die Versilberung des Glases, welche er durch Anwendung von salpetersaurem Silberoxyd-Ammoniak mit Zusatz von Aldehyd erzielte; später kamen andere Methoden in Vorschlag, wobei zur Reduction des Silbersalzes ein Zusatz von wesentlichen Oelen oder von Harzlösungen angewendet

29)

Ausgezeichnet schön liefert dieses Zinkweiß die Société anonyme du blanc de zinc in Paris (rue basse du Rempark No. 30), das Kilogr. zu 1 Fr. 20 Cent.

30)

Es ist das Verfahren von Petitjean, welches im Jahrgang 1856 des polytechnischen Journals, Bd. CXLI S. 438, mitgetheilt wurde.