Text-Bild-Ansicht Band 134

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Schon wenige Meilen vom Ausgangspunkte fand sich, daß einer der Eisendrähte der Seilhülle gebrochen war und sich auf einer ziemlichen Strecke abgewickelt hatte. Diese, zwar an sich so unbedeutende und so leicht zu reparirende Beschädigung veranlaßte dock einen beträchtlichen Aufenthalt; Hr. Brett mochte das Seil in diesem Zustande nicht einsenken, aber es gelang nur mit großer Mühe, der Abwickelung desselben Einhalt zu thun, um die gebrochenen Drähte zusammenlöthen zu können, da die Kraft der Dampfmaschine den gewaltigen Gewichte des ablaufenden Seiles kaum gewachsen war. Auch die große Tiefe des Meeres, welche an einigen Stellen bis 348 Brassen (rund 2000 Fuß) betrug, erschwerte das Unternehmen sehr. Es war mehrfach darauf gedrungen worden, die Leitung über die Insel Gorgona zu führen, welche nur wenig aus dem Wege liegt, weil hierdurch ein Ruhepunkt gewonnen wird, und auch das Wasser auf dieser Linie seichter ist; der Hr. Unternehmer hatte es aber entschieden vorgezogen, die Leitung in möglichst tiefes Wasser zu legen, um sie der Gefahr der Beschädigung durch Schiffsanker u. dgl. m. möglichst zu entrücken.

Am 24. Juli, Abends 6 1/2 Uhr, erreichte man Corsika und verband das Ende des Taues mit der Station auf Cap Corse. Die Einsenkung des Taues selbst hat nur 34 Stunden in Anspruch genommen; die übrige Zeit mußte das Schiff wegen verschiedener Ausbesserungen am Tau und an den zu schwachen Maschinen anhalten; während 40 Stunden lag es ruhig an einer Stelle ohne anderen Anker als das Drahtseil selbst, welches an dieser Stelle in 250 Faden Tiefe den Meeresboden berührte.

Die Legung der zweiten unterseeischen Strecke, zwischen Corsika und Sardinien soll seitdem von Hrn. Brett auch glücklich bewirkt worden seyn. Das für die dritte und längste Strecke, von Cap Teulada an der Südspitze von Sardinien nach der afrikanischen Küste bei Bona, bestimmte Tau sott ebenfalls schon nahezu vollendet seyn; es erhält eine Länge von 140 englischen Meilen, und wird in derselben Weise ausgeführt, wie die ersten Theile der Leitung. Die Seile zu diesen drei unter Wasser geführten Strecken werden zusammen also eine Länge von 250 engl. Meilen und ein Gewicht von nicht weniger als 1970 Tonnen ( = 38,885 preuß. Centner = 40,012 Zoll-Centner) besitzen.

Nach Legung dieses dritten Seiles, welche angeblich noch im Laufe dieses Herbstes zu gewärtigen steht, wird dann eine Verbindung zwischen dem europäischen Telegraphen-Netze und den französischen Telegraphen-Linien in Algier hergestellt seyn,

da bis dahin ohne Zweifel auch die Landleitungen auf den Inseln Corsika und Sardinien und die Leitung von Genua nach Spezzia vollendet seyn werden. In Paris fühlt man sich nicht wenig befriedigt von dem Gedanken, daß alsdann Nachrichten aus Algier in kürzerer Zeit dorthin gelangen werden, als jetzt aus Batignolles. (Zeitschrift des deutsch-österreichischen Telegraphen-Vereins, Juli 154, S. 174.)

Methode die Luftballons steigen und sinken zu machen; von Hrn. Beaufils.

Um die Luftballons nach Belieben steigen und sinken lassen zu können, braucht man nur eine Verbindung zwischen dem Innern des Ballons und einem unter der Gondel angebrachten Luftbehälter herzustellen. In den Fällen wo man genöthigt ist den Ballon zum Theil zu entleeren, sey es um ihn sinken zu machen, oder um ein Bersten der Hülle in Folge einer beträchtlichen Verminderung des Luftdrucks zu verhüten, würde man – anstatt das Gas verloren gehen zu lassen, wie es jetzt geschieht – sich begnügen es zu verdrängen, es aus dem Ballon zu ziehen um es in den erwähnten Behälter mittelst einer Pumpe zu treiben. Man würde dagegen einen Theil des comprimirten Gases wieder in den Ballon ziehen lassen, wenn dieser neuerdings eine aufsteigende Bewegung erhalten soll, wodurch man der Verlegenheit entginge, den Ballon auf eine unbequeme oder gefährliche Stelle herabsinken lassen zu müssen, was bisher den Luftschiffern oft begegnete, wenn sie keinen Ballast mehr auszuwerfen hatten. Da man auf angegebene Weise die specifische Schwere des ganzen Systems nach Belieben reguliren kann, so ist es leicht sich auf der gewünschten