Text-Bild-Ansicht Band 134

Bild:
<< vorherige Seite

Höhe zu erhalten, und somit ist das Problem der willkürlichen Lenkung der Luftballons theilweise gelöst, weil man stets Regionen erreichen kann, worin man günstige Luftströme antrifft. (Comptes rendus, September 1854, Nr. 10.)

Einfluß des Aluminiums und Siliciums in den Legirungen; von Hrn. Ad. Chenot.

Die große Verwandtschaft des Aluminiums zum Kohlenstoff, mit welchem es eine wirkliche Legirung bildet, die sehr beständig und außerordentlich hart ist, macht es bei meinem System der Stahlfabrication sehr schätzbar. Es dient, um den Kohlenstoff im Stahl zu fixiren, so daß man denselben Stahl, ohne ihn zu verändern, mehrmals erhitzen und Härten kann.

Das Aluminium gibt im Allgemeinen Stahlsorten und Legirungen, welche sehr hart, sehr weiß, sammetartig und gemohrt sind: diese Legirungen besitzen Dehnbarkeit und Hämmerbarkeit. Dagegen haben die Legirungen des Siliciums einen körnigen, groben Bruch, welcher mehr oder weniger weiß und ohne Reflex ist; sie sind außerordentlich hart, aber spröde, und werden es bei einem zunehmenden Verhältniß von Silicium immer mehr; 5 bis 6 Procent Silicium machen die Metalle und Legirungen so spröde, daß sie wie Steine pulverisirt werden können. (Comptes rendus, August 1854, Nr. 9.)

Die betreffende Abhandlung des Verfassers, welche der französischen Akademie der Wissenschaften übergeben wurde, ist noch nicht veröffentlicht. Die Redact.

Ueber Verwandlung der Brennmaterialien in brennbare Gase; von Hrn. Chenot.

In einer diesen Gegenstand betreffenden Abhandlung, welche der Verf. der französischen Akademie der Wissenschaften eingereicht hat, lenkt er die Aufmerksamkeit auf die reichlichen Quellen von reiner Kohlensäure, welche an verschiedenen Orten vorkommen. Der reine Zustand dieses Gases macht seine Umwandlung in Kohlenoxyd sehr leicht; das so erzeugte brennbare Gas, welches in der Industrie sehr nützlich verwendet werden kann, bietet den Vortheil dar, daß man es mit geringen Kosten mittelst Leitungsröhren vom Ort der Production an den Ort des Verbrauchs schaffen kann. Zur Umwandlung kann man die schlechten Sorten von Brennmaterialien verwenden, welche oft ganz nahe an der Quelle des kohlensauren Gases vorkommen, und deren entfernteres Vorkommen sogar als kein großer Uebelstand zu betrachten wäre, weil man, anstatt diese Brennmaterialien zur Gasquelle zu transportiren, das Gas denselben mittelst Leitungsröhren zuführen könnte. (Comptes rendus, September 1854, Nr. 11.)

Ueber Aetherbildung; von Hrn. Alvaro Reynoso.

Ich habe die merkwürdige Thatsache entdeckt, daß das (rothe) Einfach-Jodquecksilber den gewöhnlichen Alkohol in Aether verwandelt, ohne daß es selbst irgend eine Veränderung erleidet und ohne etwas anderes zu geben als Aether.

Das Einfach-Jodquecksilber wurde durch doppelte Zersetzung bereitet, gut ausgewaschen und getrocknet Man brachte es mit absolutem Alkohol in ein Rohr von grünem Glas, welches am einen Ende verschlossen war, und dessen anderes Ende man nach dem Hineinbringen dieser reagirenden Körper an der Lampe zuschmolz. Das verschlossene Rohr wurde in einen Flintenlauf gesteckt und dieser in ein Oelbad gestellt. Wenn man das Oel bis auf 300° C. erhitzt, so werden das Einfach-Jodquecksilber