Text-Bild-Ansicht Band 134

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und der Alkohol zersetzt, die Masse wird schwarz, und es entstehen Gase in großer Menge. Wenn dieses geschieht, ist es rathsam die Röhre weit weg zu werfen und nicht zu versuchen sie zu öffnen; denn es ist sehr schwierig und gefährlich, die Producte der Reaction zu sammeln.

Wenn man hingegen, anstatt das Oel auf 300° C. zu erhitzen, dasselbe bloß auf der Temperatur von 240° C. während vier bis fünf Stunden erhält, so findet die Aetherbildung statt, ohne daß die Masse sich schwärzt Das Jodquecksilber krystallisirt zum Theil, und eine kleine Menge desselben bleibt im überschüssigen Alkohol aufgelöst. Man erhält auf diese Weise eine sehr beträchtliche Menge Aether. (Comptes rendus, October 1854, Nr. 15.)

Papier so vorzurichten, daß man mit Metallstiften darauf schreiben kann.

Dr. Lomnitz in Berlin hat auf ein sehr einfaches Verfahren aufmerksam gemacht, jedes beliebige Schreibpapier augenblicklich in ein sehr brauchbares Kreidepapier, als Ersatz für das sogenannte Metallique-Papier, zu verwandeln, worauf mit Metallstiften geschrieben werden kann. Man hat hiernach nur nöthig, dasselbe mit Kreide zu bestreichen, und mit loser Baumvolle tüchtig einzureiben, um auf diese Weise ein sehr gutes Metallique-Papier herzustellen, auf welchem man mit Stiften aus allen Metallen, mit alleiniger Ausnahme des Eisens, sehr gut und leserlich schreiben und zeichnen kann. Vorzüglich anwendbar zu den Stiften sind alle Bleicompositionen, und besonders die Letterncomposition und das Rose'sche leichtschmelzbare Metallgemisch (aus 2 Theilen Zinn, 3 Theilen Blei und 5 Theilen Wismuth bestehend). Diese Erfindung gewährt den Vortheil, daß man Bleistifte nicht verbraucht und das unangenehme und lästige Spitzen derselben erspart, da eine solche Metallspitze nur äußerst wenig abgenutzt wird und fast immer spitzig bleibt, und daß überdieß diese Schrift unverlöschlich und fast so haltbar wie mit Tinte geschriebene ist. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1854, Nr. 17.)

Vorkommen der Gerbsäuren in den Holzpflanzen.

Die in dem Holzessig entdeckte Pyrosäure, welche die größte Aehnlichkeit mit der Pyrogallussäure zeigte (polytechn. Journal Bd. CXXIX S. 399) hat nach Pettenkofer (Jahrbuch der Pharmacie Bd. I S. 360) die Zusammensetzung der Pyrocatechusäure oder Brenzmorinsäure. Man erhält sie nicht nur aus der Rinde, sondern auch aus dem Holz selbst durch trockne Destillation, aber auch aus dem sehr fein zerkleinerten Holze, wenn dasselbe mit den gewöhnlichen Lösungsmitteln und zuletzt mit Kalilauge hinreichend erschöpft wird. Aus dieser Thatsache läßt sich schließen, daß jene Pyrosäure nicht bloß aus einer Gerbsäure, sondern auch aus einem andern im Holze befindlichen Stoff entstehen kann, der in Alkohol, Wasser und Alkalien unlöslich ist und in naher Beziehung zu den Gerbsäuren stehen mag. Bei der trocknen Destillation von Stroh, Papier und Stärke bildet sich keine Spur der Pyrosäure. (Journal für praktische Chemie, 1854, Nr. 16.)

Manning's Verfahren die festen Substanzen aus den Flüssigkeiten niederzuschlagen, welche aus den Städten abgeführt werden.

Bezüglich der jetzt zur Erörterung gekommenen Drainirung der Städte ist das Verfahren des Hrn. Manning, wodurch verunreinigte Flüssigkeiten auf eine sehr einfache Weise gereinigt werden können, sehr beachtenswerth. Durch dieses Verfahren wird der stinkende Inhalt der unreinsten Rinnen sehr schnell in reines