Text-Bild-Ansicht Band 134

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Wasser und in festen Dünger geschieden. Hr. Manning verbindet nämlich die Ableitungscanäle der zu drainirenden Stadt mit einer Reihe von Behältern auf solche Weise, daß in einer Reihe derselben eine fortwährende Reinigung vorgenommen werden kann, während sich die andere Reihe mit dem unreinen Wasser anfüllt. Während sich die Behälter füllen, gibt man thierische Kohle, Alaun, kohlensaures Natron und Gyps in die gesammelte Masse, in Verhältnissen, welche je nach der Beschaffenheit derselben verschieden sind. Die festen Substanzen werden als Pulver angewendet, welches, durch mechanische Rührer mit der Flüssigkeit vermischt, dieselbe reiniget. Wenn der Alaun und das kohlensaure Natron hingegen gelöst angewendet werden, so läßt man deren Lösungen, welche die thierische Kohle und den Gyps suspendirt enthalten, durch zwei besondere Röhren gleichzeitig in die zu behandelnden unreinen Flüssigkeiten laufen und befördert durch Umrühren die Vermischung und Zersetzung; man kann aber auch die beiden Lösungen hinter einander eingießen und hierauf Kohle und Gyps zusetzen. Bei dem letztern Verfahren ist eine geringere Menge Alaun und kohlensaures Natron ausreichend, weil das niedergeschlagene Thonerde-Hydrat besser an allen Stellen verbreitet wird. Beim Umrühren werden alle festen Substanzen schnell niedergeschlagen, und die obenauf schwimmende Flüssigkeit bleibt klar, geschmack- und geruchlos zurück.

Der von Hrn. Manning vorgeschlagene Apparat besteht in einem runden, von Ziegelsteinen ausgeführten Behälter, welcher mit Brettern bedeckt ist, die auf einem horizontalen metallenen Gitter liegen, so daß die Aufseher darüber weggehen können. In der Mitte dieses Deckels befindet sich ein Gerüst mit dem Rührer, welcher aus einer senkrechten Welle besteht, die auf dem Boden des Behälters sich in einer Pfanne dreht, mit horizontalen Armen versehen ist und durch eine Kurbel umgedreht werden kann. Die fällenden und reinigenden Substanzen befinden sich in zwei Kasten auf dem Deckel des Behälters, und diese Kasten sind mit Schiebern versehen, so daß ihr Inhalt sehr schnell in die darunter befindliche Flüssigkeit gelangen und mit derselben dann durch den Rührer vermischt werden kann. Nachdem die flüssige Masse einige Minuten umgerührt worden ist, läßt man sie eine Zeit lang ruhig stehen, worauf sich die festen Unreinigkeiten in einer dicken Lage auf dem Boden des Behälters absetzen; dieser Boden ist kegelförmig oder bildet einen Trichter. Auf diese Weise wird die feste Masse direct zu dem Auslaßventil gebracht, so daß sie durch eine am Boden befindliche geneigte Röhre leicht Herausgelassen werden kann, während die überstehende klare Flüssigkeit durch eine an der Seite des Behälters angebrachte Röhre abgezogen wird. Die festen Substanzen können mit verschiedenen Abfällen aus den Fabriken versetzt und so in einen sehr kräftigen Dünger verwandelt werden.

Seit den ersten Versuchen, welche Hr. Manning mit seinem Reinigungsproceß angestellt hat, sind mehrere Verbesserungen, sowohl bezüglich der schnellern Fällung der festen Substanzen, als auch zur Ersparung an Kosten gemacht worden. Statt des gewöhnlichen Alauns verwendet man den Schlamm, welcher beim ersten Versieden der Alaunflüssigkeit abfällt. Dieser Abfall, der nur einen sehr geringen Werth hat, ist sehr wirksam; schüttet man eine geringe Menge davon zu der unreinen Gossenflüssigkeit und vermischt ihn mit derselben (ohne weitern Zusatz), so werden die Unreinigkeiten fast augenblicklich niedergeschlagen; es kann derselbe Schlamm sogar mehrmals hintereinander für neue Portionen unreinen Wassers verwendet werden. Durch in Schottland neuerlich angestellte Versuche ist der gute Erfolg mit diesem Alaunschlamm außer allen Zweifel gestellt worden. Zu 50,000 Gallons Gossenwasser wurden 20 Gallons Alaunschlamm gemischt und nach 20 Minuten konnte das gereinigte Wasser abgelassen werden; durch ein abermaliges Umrühren des Niederschlags mit anderen 50,000 Gallons Wasser wurde auch dieses gereinigt, und so wurde noch zweimal fortgefahren, so daß sich mit 20 Gallons Schlamm 200,000 Gallons unreines Wasser reinigen ließen. (Practical Mechanic's Journal, Juli 1854, S. 77.)