Text-Bild-Ansicht Band 134

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Ueber ein Verfahren welches gegen die Krankheit des Weinstocks mit Erfolg angewandt wurde; von Hrn. Augustin Cauchy.

Der Garten eines Hausbesitzers zu Sceaux, von sechs Morgen Land, enthält eine Rebenpflanzung und mehrere Nebengeländer, welche vortreffliche Trauben gaben. Der Gärtner Gourdel, welcher dieses Jahr von der Central-Gartenbau-Gesellschaft einen Preis und eine Medaille erhielt, bedauerte seine Reben seit zwei Jahren vom Oïdium angegriffen zu sehen, und um diese Krankheit zu bekämpfen, wandte er die bisher vorgeschlagenen Verfahrungsarten an, nämlich nach einander den Schwefel, den Kalk, den Tabak etc., jedoch mit wenig oder gar keinem Erfolg. Da er bemerkt hatte, daß Infusionen, worin ein wenig Kochsalz aufgelöst war, einige Wirkung hervorbrachten, so verfiel er auf den glücklichen Gedanken, sich an das Kochsalz zu halten. Der Erfolg übertraf seine Hoffnungen. Ein Pfund Salz, in zwölf Pfund Wasser aufgelöst, ist das Heilmittel welches er anwendet um die zerstörende Geißel zu bekämpfen. Das Verfahren ist offenbar sehr ökonomisch; für fünf Centimes kann man wenigstens tausend vom Oïdium angegriffene Weintrauben gesund machen. Ein Pinsel, oder besser noch, ein Dutzend Geflügelfedern zu einem Besen zusammengebunden, ist das einzige Werkzeug, mittelst dessen man die Traube befeuchtet so daß die Flüssigkeit bis zum Kamm eindringt. Wenn die Traube weich, wenn der Kamm dünn ist (namentlich bei den sogenannten Frankenthal-Trauben), muß ein geringeres Verhältniß von Salz angewandt werden; man löst dann ein halbes Pfund Salz in sechs, acht oder zehn Pfund Wasser auf. In allen Fällen muß man es vermeiden, die Blätter zu befeuchten, denn wenn diese dann von der Sonne getroffen werden, so desorganisiren sie sich bald und trocknen vollständig aus.

Gourdel beabsichtigt zu untersuchen ob seine Salzlösung nicht auch die Kartoffelkrankheit heilen könnte. – Ich übergebe hiemit die von ihm beobachtete Thatsache der (französischen) Akademie der Wissenschaften mit dem Wunsch, daß sie von deren Ausschuß für Untersuchungen über die Traubenkrankheit geprüft werden möchte. (Comptes rendus) October 1854. Nr. 14.)

Das Wägen der Kartoffeln.

Der „Handels-Courier“ berichtet von Viel: Am hiesigen Wochenmarkte, der zugleich als Markt für die benachbarten Jurathäler von weiterer Bedeutung ist, ist nun das Wägen der Kartoffeln eingeführt worden und stellt sich das Malter gesunder Frucht auf 182–183 Pfd., den Sack inbegriffen. Der Erfolg zeigte, daß ein Sack, der ein Malter zu enthalten schien, nur 140 Pfd., ein anderer nur 155 Pfd. wog statt 180–183. Ein Mäß Kartoffeln sott also 30 Pfd. wägen. Wenn nun behauptet wird, gerade die schlechter Kartoffeln seyen schwerer, so ist es Sache des Käufers, sich über den Gehalt der Waare sicher zu stellen. Gewiß ist, daß ein Sack, der nur 150 Pfd. statt eines Malters enthält oder 182 Pfd., deßhalb nicht minder schlechte Kartoffeln enthalten kann.