Text-Bild-Ansicht Band 134

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des Aethers, welcher bekanntlich sowohl in flüssigem als in dampfförmigem Zustande sich bei der geringsten Berührung mit Feuer oder Licht entzündet.

Wir müssen jedoch sogleich bemerken, daß das System des Hrn. Du Trembley sich nicht auf die Benutzung des Aethers beschränkt; er gibt in der Beschreibung seiner Apparate mehrere andere Flüssigkeiten an, womit man dieselben Resultate, wie mit dem Aether, erzielt; solche sind Chloroform, Chlorkohlenstoff und Schwefelkohlenstoff. Abgesehen von den Kosten dieser Flüssigkeiten, muß aber erst die Erfahrung die besonderen Vortheile einer jeden nachweisen; die Kommission hat es hier nur mit dem Aether, dessen Vortheilen und Gefahren zu thun.

Bei ihrem ersten Besuche mußte die Commission sofort die Vorsichtsmaßregeln berücksichtigen, welche auf dem Schiffe getroffen waren, um alle Unfälle, die durch Benutzung des Aethers entstehen könnten, zu verhindern, also die Benutzung desselben ganz gefahrlos zu machen.

Der Verdampfungsapparat, der Condensator und der Cylinder, in denen der Aetherdampf aufgenommen wird, sind durch eine glückliche Anordnung der Apparate sämmtlich mit einem Mantel versehen, welcher bei einem Entweichen von Aetherdämpfen deren Verbreitung nach außen verhindern würde; diese Behälter sind auch mit Manometern und Sicherheitsventilen auf jedem Dampfraum versehen. Zwischen der Kessel- und der Maschinenkammer findet durchaus keine Verbindung statt, und man betritt letztere nur mit Sicherheitslampen, welche in Aetherdämpfen, ohne sich zu entzünden, verlöschen.

Während übrigens der Aetherdampf den großen Nachtheil hat, sich bei der geringsten Berührung mit Feuer zu entzünden, hat er andererseits den Vortheil, daß er selbst die nahende Gefahr verräth, da die geringste entweichende Menge desselben einen sehr starken Geruch erzeugt. Hr. Du Trembley hat die Fugen seiner Apparate so genau verschlossen, daß wenn beim Anhalten der schon geheizten Maschinen sich ein schwacher Aethergeruch zeigt, derselbe gänzlich verschwindet, wenn das Schiff in Gang ist.

Während die Anwendung combinirter Wasser- und Aetherdämpfe zur Schifffahrt bei dem „Du Trembley“ zum erstenmale versucht worden ist, hat dagegen die Benutzung dieses Systems bei stehenden Maschinen bereits die Sanction der Erfahrung erhalten. Zu Lyon ist eine nach diesem System construirte Maschine von 50 Pferdekräften in einer Spiegelfabrik bereits seit sechs Jahren in ununterbrochenem Betriebe, ohne daß irgend ein Unfall stattfand, worüber der Commission verläßliche Berichte vorliegen.