Text-Bild-Ansicht Band 134

Bild:
<< vorherige Seite

Während der beiden Probefahrten, welche die Commission mit dem „Du Trembley“ anstellte, zeigte sich durchaus kein Entweichen von Aether und eben so wenig eine Stockung in dem Gange der Maschine, kurz nichts, was die geringste Befürchtung veranlaßt haben könnte.

Ueberdieß haben Commissionsmitglieder das Schiff nicht allein auf einer Fahrt von Marseille nach Algier, sondern auch auf der Rückfahrt von da nach Marseille begleitet; der Bericht unserer Collegen über diese Reisen enthält Folgendes:

Das Schiff verließ den Hafen von Marseille am 7. Juni 1853 um 1 Uhr Nachmittags und erreichte den Hafen von Algier am 9ten um 6 Uhr Abends, nach einer Fahrt von 53 Stunden. Während dieser Zeit wurde die Maschine niemals angehalten, auch blieb deren Gang niemals zurück, obgleich Wind und Wetter sehr verschiedenartig waren, von ruhiger See bis zu bedeutendem Sturm. Bei Windstille trieb die Maschine das Schiff allein, ohne Beihülfe der Segel; sein Gang war vollkommen regelmäßig und gleichförmig. Die Cylinderkolben machten 32 Doppelhube in der Minute; die Schraube machte 64 Umgänge in derselben Zeit, und das Schiff legte 6 1/2 Knoten in der Stunde zurück. Dieser Gang ist durchaus nicht schnell zu nennen, man muß aber berücksichtigen, daß die vereinigten Kräfte der beiden Maschinen kaum 70 Pferde betrugen. Uebrigens kommt hier der Gang des Schiffes nicht in Betracht, sondern es handelt sich nur um die Regelmäßigkeit des Maschinenbetriebes, um die ökonomischen Vortheile des neuen Systems und um die Mittel zur Verhinderung seiner möglichen Nachtheile.

Im Verlauf der Fahrt mußten die Apparate einmal mit Aether gespeist werden; dieß wurde ohne Schwierigkeiten bewerkstelligt, und ohne daß ein Unfall dadurch herbeigeführt oder es nöthig gewesen wäre, den Gang der Maschine aufzuhalten; man schraubte nämlich auf einen besondern Hahn des Condensators einen Heber, dessen anderer Schenkel in das Gefäß tauchte, welches den Aether enthielt und auf dem Verdeck geblieben war. Der Condensator sog dann selbst die erforderliche Menge Aether an. Glasröhren zeigen den Stand des Aethers im Condensator und Verdampfer an, und auch den Zeitpunkt, wo eine neue Speisung erforderlich ist. Der Manometer, welcher die Spannung des Wasserdampfs angab, erhielt sich während der Reise durchschnittlich auf 1 3/4 Atmosphären, und derjenige welcher die Spannung des Aetherdampfs anzeigte, auf 1 7/8 Atmosphären.

Die Luftleere in dem Wasserdampf-Condensator war 0,55 Meter, diejenige im Aetherdampf-Condensator nur 0,10 Meter.