Text-Bild-Ansicht Band 134

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dieser Verlust zuweilen etwas bedeutender war, so rührt dieß nur von den Hähnen und Sicherheits-Ventilen des Aetherapparats, durchaus aber nicht von den Fugen der festen oder beweglichen Maschinentheile her.

Die Maschine der Spiegel-Manufactur auf der Guillotière zu Lyon, welche seit sechs Jahren im Betriebe ist, verbraucht bei 25 Pferdekräften und bei einer täglichen Betriebszeit von 14 Stunden nur 1 1/4 Liter, also weniger als 1 Kilogr. Aether. Diese Maschine beweist auch, daß der Aether keinen nachtheiligen Einfluß auf die Metalle hat, aus denen sie construirt ist; seit November 1847 bis jetzt bedurften die Aether-Apparate und deren Organe, nämlich Kolben, Schieber, Cylinder und Ventile, kaum einer Reinigung. Nachdem diese Maschine vier Jahre ununterbrochen betrieben worden war, fand man die mit Aetherdampf in Berührung kommenden Theile im besten Zustande, während an dem durch Wasserdämpfe betriebenen Theile der Maschine der Cylinder nachgebohrt, der Kolben und andere Theile gänzlich ausgewechselt werden mußten, da das Rhonewasser bekanntlich sehr unrein ist. Der Dampfkessel, welcher unter gewöhnlichen Umständen bei der Benutzung bloßer Wasserdämpfe wöchentlich gereinigt werden mußte, bedarf, seitdem er mit den condensirten Dämpfen theilweise gespeist wird, erst nach fünf oder sechs Monaten einer Reinigung. – Jedenfalls ist es rathsam, den Druck im Aether-Verdampfer nicht zu sehr zu erhöhen, weil sonst mehr Aether verloren geht, indem der Verlust an dieser Flüssigkeit sehr bedeutend mit dem Druck ihrer Dämpfe steigt; es scheint diese Flüssigkeit durch die Metallporen zu dringen; ich bin der Ansicht, daß man die Aetherdämpfe mit keiner höheren Spannung als 2 1/2, höchstens 3 Atmosphären verwenden sollte, weil sonst der Verlust an Aether die Brennmaterial-Ersparung zum Theil ausgleichen würde.

Vollkommenere Maschinen nach dem von mir erfundenen System sind bereits bei Hrn. Philipp Taylor zu Marseille im Bau; jede wird eine Leistung von 350 Pferdekräften bekommen, und sie sind für zwei Schiffe für die Linie nach Brasilien bestimmt. Zwei andere Maschinen, jede von 500 Pferdekräften, sind gegenwärtig in der Maschinenbauanstalt von Cavé zu Paris im Bau begriffen, und werden Schiffe für Fahrten von Havre nach New-York betreiben.25)

25)

Hr. Prosp. Du Trembley (zu Lyon, rue Constantine No. 2) bemerkt im Moniteur industriel vom 26. Februar d. J. über diese Maschinen Folgendes: