Text-Bild-Ansicht Band 133

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großen Kolben nur 1 Meter in der Secunde durchlaufen. Diese Einrichtung gewährt den Vortheil, den Mechanismus zu vereinfachen und die Maschine leichter zu machen.

Indem wir uns eine Beschreibung dieses Systems vorbehalten, theilen wir jetzt die Resultate mit, welche der Constructeur mit einer ersten Maschine von 50 Pferdekräften, während einjährigen Betriebes, erlangt hat, der Tag und Nacht fortging und die Triebkraft für eine Flachs- und Baumwollspinnerei lieferte.

Am Tage betreibt diese Maschine: 1) 3500 Flachsspindeln mit einer Geschwindigkeit von 3800 Umgängen in der Minute, nebst Vorbereitungsmaschinen; 2) 7000 Baumwollspindeln und deren Vorbereitungsapparate; 3) eine große Kautschuk-Schneidemaschine, deren Triebkraft auf 10 Pferdekräfte geschätzt wird. Der Dampfdruck im Kessel beträgt 4 1/2 Atmosphären. Ein Theil des Dampfes wird auch zur Erwärmung von 30 Trögen der Leinen-Webestühle und im Winter zur Heizung der Baumwollenweberei benutzt.

Während der Nacht bewegt die Maschine acht Kautschuk-Walzen, welche etwa 40 Pferdekräfte verbrauchen; der Dampfdruck beträgt alsdann 2 1/2 Atmosphären. Einen Theil des Dampfs verbraucht man auch zur Erwärmung der Walzen und Apparate zum Vulcanisiren des Kautschuks.,

Die Maschine ist auf diese Weise seit einem Jahre im ununterbrochenen Gange. (Aus Armengaud's Publication industrielle, t. IX p. 149. – Man vergl. die betreffende frühere Mittheilung im polytechn. Journal Bd. CXXIX. S. 6)

Bericht des Lieutenants F. M. Maury, Director der Sternwarte zu Washington, über die Möglichkeit einer Telegraphen-Linie durch den atlantischen Ocean.

Das Project einer directen Telegraphen-Verbindung zwischen Irland und Nordamerika ist neuerdings wieder in Anregung gekommen. Der bekannte Hydrograph und Director der Sternwarte zu Washington, Lieutenant F. M. Maury, hat kürzlich über die Möglichkeit einer solchen Anlage, so weit sie von der Beschaffenheit des Meeresbodens abhängt, folgenden Bericht an den Secretär der Marine der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Mr. J. C. Dobbin, abgestattet:

National-Observatorium, Washington, 22 Februar 1854.

Sir! – Die Vereinigte Staaten-Brigg „Delphin“ , unter Commando des Lieutenants O. H. Berryman, war im vergangenen Sommer in besonderem Dienst verwendet, welcher mit den in diesem Amte unternommenen Untersuchungen über die Winde und Meeresströmungen in Zusammenhang stand. Seine Arbeiten erstreckten sich vornehmlich auf den Theil des Oceans, welchen die Kauffahrer, die zu Handelszwecken zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Nordamerika hin und her fahren, als große Straße benutzen.

Lieutenant Berryman benutzte diese Gelegenheit, um auch eine Reihe von Tiefe-Lothungen zwischen den Küsten von Neufundland und Irland auszuführen. Das Ergebniß derselben ist höchst interessant für die Frage über die Ausführung einer unterseeischen Telegraphen-Leitung quer durch den Ocean, so weit dabei die Beschaffenheit des Seebodens in Betracht kommt; ich erlaube mir daher, dasselbe zum Gegenstande eines besonderen Berichtes zu machen.

Diese Linie von Tiefemessungen scheint die Frage der Ausführbarkeit eines unterseeischen Telegraphen zwischen beiden Continenten, wenigstens so weit dieselbe von der Beschaffenheit des Meeresbodens abhängt, zu entscheiden.

Von Neufundland bis Irland beträgt die Entfernung zwischen den nächsten Punkten etwa 1600 Seemeilen;16) und der zwischenliegende Meeresboden ist ein

16)

Von Cap Freels auf Neufundland bis Erris Head in Irland beträgt die Entfernung 1611 Seemeilen, von Cap Charles oder Cap St. Lewis auf Labrador bis zu demselben Punkte Irlands 1601 Seemeilen.