Text-Bild-Ansicht Band 133

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Zur Verwirklichung dieser Idee soll sich bereits eine Compagnie in New-York gebildet und von der englischen Regierung die ausschließliche Concession dazu nachgesucht haben, welche ihr nothwendig erscheint, um andere Concurrenten in den Vereinigten Staaten auszuschließen.

Bekanntlich wurde das erste Project einer telegraphischen Verbindung zwischen Europa und Nordamerika bereits im Laufe des Jahres 1852 von den Ingenieuren C. W. und J. J. Harrison aufgestellt. Nach ihrem Vorschlage sollte die Leitung von der nordöstlichsten Spitze von Schottland über die Orkney-Inseln, die Shetland-Inseln und die Faroer-Inseln nach der Südostküste von Island, dann quer durch diese Insel nach deren entgegengesetztem Ende und von da nach der Ostküste von Grönland bei der Insel Graah geführt werden. Von hier sollte die Leitung zu Lande bis Julianeshaab und endlich durch die Davisstraße nach Labrador laufen. Die ganze Länge dieser Linie war auf 2500 englische Meilen veranschlagt; dagegen würde ihr unterseeischer Theil, nach der Angabe der Herren Harrison, nicht nur um ein 1/3 kürzer als eine directe transatlantische Linie, sondern auch wegen der Zusammensetzung aus mehreren Abtheilungen bei weitem leichter herzustellen und zu unterhalten seyn. Die Beschaffenheit des Meeresbodens wird auch hier günstig genannt. (Zeitschrift des deutsch-österreichischen Telegraphen-Vereins, Mai 1854, S. 142.)

Mittel zum schnellen Befestigen und Oxydiren der Thonerde und Eisenmordants (Maturirsalze).

Zur Anfertigung der ächten Krapp- und Garancin-Druckartikel wird das Gewebe bekanntlich mit essigsaurer Thon- und Eisenbeize bedruckt, und einige Tage lang aufgehängt, damit durch Verdunsten der Essigsäure und Oxydation des Eisenoxyduls zu Eisenoxyd die Mordants sich auf der Faser befestigen. Um diese zeit- und platzraubende Operation zu umgehen, hat man in neuerer Zeit Mittel vorgeschlagen, den dabei vorliegenden Zweck in kürzerer Zeit zu erreichen, auch solche unter dem Namen Maturirsalz in den Handel gebracht. Die Wirkung dieser Mittel, mit denen man die Waare vor dem Bedrucken imprägnirt, besteht darin, daß sie die Basen aus den Mordants auf die Faser niederschlagen und zugleich das Eisenoxydul höher oxydiren. Solche Mittel sind unserer Quelle zufolge das salpetersaure und das arseniksaure Ammoniak. Beide sollen durch das Ammoniak die Basen niederschlagen und durch die Salpetersäure oder Arseniksäure das Eisenoxydul höher oxydiren, während bei Anwendung der letzteren zugleich unlösliche Verbindungen von Thonerde und Eisenoxyd mit Arseniksäure entstehen, die beim nachherigen Färben angenehme Nuancen liefern sollen. Als vorzüglich wirksam wird auch eine Mischung von salpetersaurem Ammoniak und chlorsaurem Kali empfohlen. (Deutsche Musterzeitung, 1853, Nr. 9.)

Unveränderlicher chemischer Tupfballen zum Schwärzen der Stempel etc., von C. Plancher, Apotheker zu Paris.

Bisher besaß man noch keine Tupfballen, womit man durch vollkommen gleiche Vertheilung der Schwärze auf dem Stempel einen reinen Abdruck erhalten konnte und welche sich zugleich unveränderlich conservirten. Die gewöhnlichen Tupfballen bestehen aus einem mit Tuch überzogenen Kiffen, daher sie sich schnell abnützen und ihr Ueberzug bald zerreißt; andere, welche Melasse und Tischlerleim enthalten, trocknen in kurzer Zeit aus und werden hart.

Hr. Plancher suchte daher diesen Uebelständen abzuhelfen und einen Tupfballen herzustellen, welcher ganz unveränderlich bleibt und dabei die Schwärze in gleichförmiger Weise auf dem Stempel vertheilt, so daß man einen Vollkommen reinen Abdruck erhalten kann.