Text-Bild-Ansicht Band 133

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Dieß gelang ihm durch Vermischen von Tischlerleim als halb-feines Pulver mit einer Auflösung von Kochsalz. Das Verhältniß welches die besten Resultate gab, ist: Leim, 100; Kochsalz, 10; Regenwasser, 30.

Die Masse welche man erhält, ist ein weicher Teig, von brauner Farbe, und ganz unveränderlich. Die Erfahrung ergab, daß ein größeres Verhältniß von Salz den Teig viel weicher macht, während hingegen, wenn man das Verhältniß des Salzes vermindert, die Masse härter wird. Er schreibt daher der Verwandtschaft des Salzes zum Wasser die Unveränderlichkeit seines Tupfballens zu, welcher immer weich bleibt; jedes andere Salz, welches eine große Verwandtschaft zum Wasser hat, würde ohne Zweifel ein ähnliches Resultat geben; der Erfinder zieht aber das Kochsalz vor, weil es nicht nur wohlfeil ist und ein homogenes Product liefert, sondern auch die Eigenschaft besitzt, die thierischen Substanzen und insbesondere den Leim gut zu conserviren.

Um den Teig zu bereiten, löst man das Kochsalz in Wasser auf, dann filtrirt man; man gießt die Auflösung zum Leim und läßt letztern im Wasserbad bei der Temperatur des kochenden Wassers zergehen.

Der Erfinder setzt gern ein wenig Lavendelöl zu, um dem Teig einen angenehmeren Geruch zu ertheilen. Man kann diesen Teig auch durch Zusatz von Farbstoffen, z.B. Schwärze, Ultramarinblau, Zinnober etc., beliebig färben.

Um sich dieses Tupfballens zu bedienen, verbreitet man auf demselben eine Schicht Schwärze mittelst einer kleinen hölzernen Walze. Nachdem die Schwärze darauf verbreitet ist, braucht man nur ein einziges Mal den Stempel auf den Ballen zu drücken. Man erhält einen sehr reinen Abdruck, man mag stark oder schwach aufgedrückt haben, übrigens ist ein unbedeutendes Drücken ausreichend. (Armengaud's Génie industriel, Juni 1854, S. 294.)

Die Bestandtheile der Zuckerrübenrückstände, nach Schützenbach's Methode, und der Werth derselben als Futter; von Dr. G. F. Walz.

Man hat bisher und nicht ohne Grund dem Schützenbach'schen Verfahren in der Zuckerfabrication (der Anwendung getrockneter Rübenschnitte zur ununterbrochenen Zuckerfabrication) den Vorwurf gemacht, daß dasselbe der Landwirthschaft directen Nachtheil bringe. Dieser Nachtheil bestand vornehmlich darin, daß die Rübenrückstände nicht mehr als Viehfutter benutzt werden konnten, sondern höchstens als Dünger Verwendung fanden. – Die Direction der größten Rübenzuckerfabrik in Deutschland, Waghäusel, hat sich vielfach bemüht, diesen Vorwurf zu beseitigen, indem sie verschiedenartige Wege einschlug, die Rückstände für das Vieh noch genießbar zu machen. Es ist ihr dieß in der That gelungen: die Rübenschnitze, welche aus den Extractionscylindern genommen worden, werden zur Entfernung der löslichen Kalksalze und des mechanisch anhängenden Kalkes vielfach mit reinem Wasser gewaschen und dann entweder noch feucht, oder getrocknet mit Spreu, Häckerling oder Kleie gefüttert. – In der Fabrik selbst, die, beiläufig gesagt, jährlich 1,500,000 Cntr. Rüben verarbeitet, hat man Versuche mit der Fütterung angestellt, und die schönsten Resultate erzielt. Es wurden dort Ochsen, Kühe, welche Milch gaben, und Rinder damit gefüttert, alle hielten sich gesund, und nahmen an Milch- und Fleischproduction zu. – Zu Anfang der Fütterung hat es einige Schwierigkeit, bis die Thiere sich an dasselbe gewöhnt haben, und war es getrocknet, so muß es 6 Stunden vorher mit frischem Wasser eingeweicht werden.

Nachdem ich mich an Ort und Stelle über die Verwendung dieser Rübenrückstände überzeugt und mit der Direction deßhalb Rücksprache genommen hatte, war es von großem Interesse zu erfahren, welchen chemischen Bestand die fraglichen Rübenschnitze noch besitzen.

Beim Verbrennen derselben blieb eine Asche von weißer Farbe, welche aus den ganz trockenen dargestellt, 26,5 Proc. betrug.,

Diese Asche war natürlich ungemein reich an Kalk und enthält folgende Bestandtheile in 100 als Mittel von zwei Analysen: