Text-Bild-Ansicht Band 133

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dadurch verhindert, daß man junge Pflänzchen der Pista Clatensis (Familie der Lemnaceen), die sich auf diese Weise vortrefflich cultiviren läßt, in die Gläser legt. (Würzburger gemeinnützige Wochenschrift, 1854, Nr. 27.)

Kaukasisches Insektenpulver.

Gegen Wanzen, Flöhe. Motten, Ameisen und andere Insecten kommt gegenwärtig ein Mittel im Handel vor, das trotz seiner bewährten Wirksamkeit noch viel zu wenig bekannt zu seyn scheint. Ursprünglich bloß in Persien im Gebrauch, ist es bereits seit längerer Zeit in unseren Apotheken unter dem Namen „Kaukasisches Insectenpulver“ zu haben und besteht aus den Blüthen und Blättern des Pyrethrum caucasicum. Es betäubt und tödtet durch seinen eigenthümlichen – für Menschen und größere Thiere durchaus unschädlichen – Geruch die Insecten. Man wendet es theils trocken, theils als Tinctur an, welche durch mehrtägiges Ausziehen aus 2 Thln. Pulver und 12 Thln. Weingeist bereitet wird.

Gegen Flöhe und Ameisen reicht das einfache Ausstreuen oder selbst das Anhängen in einem Säckchen hin.

Gegen Motten sind hauptsächlich die Monate April und Mai als günstige Epochen zu bezeichnen, indem da die Thiere noch als Maden erscheinen und als solche leichter getödtet werden. Hauptsache ist dabei das gleichmäßige Verbreiten des Pulvers in alle Theile der Möbel u.s.w. Man kehrt dieselben um, löst die die Füllung bedeckende Hülle los und sucht das Pulver so viel als möglich ins Innere zu schaffen. Am nächsten Tage bringt man die Sachen wieder in ihre gewöhnliche Lage, klopft sie aus und wird dann die theils betäubten, theils getödteten Thiere herausfallen sehen. Die Wiederholung des Experiments und nachherige Bestreichung der Gurten mit Tinctur wird die gänzliche Ausrottung des Insects zur Folge haben. Will man darüber allem Zweifel enthoben seyn, so ist das Räuchern mittelst des Pulvers auf einer heißen Blechplatte, unter die Sitze und Polster geschoben, noch als rathsam zu empfehlen.

Schaben oder Schwaben und Wanzen werden durch das Streuen des Pulvers, Ausklopfen und Räuchern der Matratzen u.s.w., wie oben angegeben, ebenfalls entfernt; dagegen sind, als hauptsächliche Aufenthaltsorte der Wanzen, die Ritzen und Ecken der Bettstellen und Tapeten mit Tinctur anzustreichen. (A. a. O.)

Vorschrift zur Vertreibung der Motten, Fliegen, Mücken etc.

Zur Vertreibung der Motten wendet man einer älteren Vorschrift zufolge, bekanntlich auch gewisse flüchtige Oele an. So tränke man z.B. in einer Mischung aus Lavendelöl, ätherischem Wermuthöl, von jedem 4 Loth, Terpenthinöl 1 Loth, in ein Glas zusammengewogen, und durch Schütteln in einander gebracht, Streifen von Maculatur- (Fließ-) Papier, und lege dieselben in die Taschen, in das Futter oder in die Säume der Kleider.

Fliegen von den Spiegeln und sonstigen Meubles etc. ferne zu halten, reibe man die zu beschützenden Gegenstände an einigen Punkten mit Lorbeerlack ein, dessen Geruch alle Fliegen vertreibt oder betäubt.

Mücken, Schnacken etc. aus einem Zimmer zu vertreiben. Man schließe Fenster und Thüren, rühre Honig mit etwas Wein an, bestreiche damit das Aeußere einer Glaslaterne, in die man einige Stunden vor dem Schlafengehen ein brennendes Licht stellt. Alles fliegende Ungeziefer bleibt an der Laterne hängen. (A. a. O.)