Text-Bild-Ansicht Band 167

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zu vertrassen, und in den übrigen Teufen die Wasserzuflüsse offen zu erhalten.

Nach vorhergegangenen Versuchen ergab sich, daß sich Sand am besten eignet, die Wasserzuführungs-Canäle da offen zu erhalten, wo man es wünscht, indem versuchsweise Traßmörtel, welcher auf eine, in einer eisernen Röhre eingeschlossene Sandsäule gebracht und fest gestampft wurde, den Sand nur ungefähr 2 Zoll tief cementirte. Diesem zufolge wurde in das Bohrloch eine 6 Fuß hohe Sandsäule, hierauf eine 7 1/2 F. hohe Traßmörtelsäule, dann wieder eine 6 3/4 F. hohe Sandsäule und zuletzt eine 60 F. hohe Traßmörtel-Säule eingeführt.

Vorher war aber durch andere Versuche ermittelt worden, ob der Traßmörtel überhaupt so fest am Eisen adhärirt, daß eine Ablösung davon nicht zu befürchten ist. Deßhalb wurden eiserne Röhren mit Traßmörtel gefüllt und derselbe gepreßt. Als diese Röhren vier Wochen lang unter Nasser gestanden hatten, konnte die Traßmörtel-Säule selbst nicht durch starte Hammerschläge und auch dann nicht zum Weichen gebracht werden, als diese Säule in der Richtung der Achse durchbohrt worden war.

Beim Ausfüttern des Bohrloches mit Traßmörtel ergaben sich jedoch große Schwierigkeiten, welche den Zweck gänzlich zu vereiteln drohten. Das Stampfen erwies sich als zwecklos; denn der Traßmörtel wurde dadurch, selbst wenn man ihn nur gelinde preßte, so sehr aufgerührt, daß die trübe Brühe hoch in dem Bohrloche aufstieg, und daß der Stampfer, wenn man ihn auch nur kurze Zeit in Ruhe ließ, durch den mittlerweile schon theilweise erhärteten und an ihm stark adhärirenden Traßmörtel so fest eingekittet wurde, daß er mit Hebeln herausgezogen werden mußte.

Dieses Aufrühren des Traßmörtels, welches erst in den oberen Teufen erkannt wurde, vereitelte auch die Absicht, durch die eingeschüttete obere Sandsäule die Wasserzuführungs-Canäle in dieser Teufe offen zu erhalten. Als nämlich der Sand eingeschüttet wurde, war der unter demselben befindliche Traßmörtel noch größtentheils in Suspension; der Sand riß daher die suspendirten Theile nieder und wurde durch dieselben cementirt, wodurch die Wasserzuführungs-Canäle mehr oder weniger verstopft wurden.

Um den Traßmörtel aus den eisernen Röhren concentrisch auszubohren, wurde eine 35 Fuß lange eiserne Stange, welche aus drei an einander geschraubten Theilen bestand, in den Mittelpunkt eines 6 Zoll hohen Cylinders von Trachytconglomerat, der den Durchmesser des im festen Gesteine stehenden Bohrloches hatte, eingesetzt und mittelst einer Schraubenmutter befestigt. Nachdem die aus dem Bohrloche hervorragende