Text-Bild-Ansicht Band 167

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Stange concentrisch befestigt worden war, wurde das Bohrloch ausgetraßt. Diese Stange diente als Leitung beim Ausbohren des Traßmörtels in den eisernen Röhren. Dieses Bohren gieng anfangs recht gut von Statten; später brach aber der obere Theil der eisernen Stange ab, wodurch das Fortbohren sehr erschwert wurde. Ungeachtet dieser und anderer Schwierigkeiten gelang es dennoch, einen Traßmörtelring von 1 1/2 Zoll Dicke zu bilden, der so vollkommen alle Fugen und Schrauben in dem Röhrensatze verschloß, daß bis zum eingesetzten Trachytconglomerat-Cylinder nicht ein Tropfen Wassers und ebenso wenig Kohlensäuregas in das Bohrloch drang.

Unglücklicher Weise war das Bohrloch da, wo es in den Thonschiefer übergieng, nicht concentrisch angesetzt worden. Als daher das Bohren unterhalb des Röhrensatzes fortgesetzt wurde, nahm der Löffelbohrer an einer Seite allen Traßmörtel weg, und sogar Theile vom Thonschiefer. Dadurch öffnete sich in 36 Fuß Tiefe ein Wasserzufluß-Canal: es trat Wasser und Kohlensäuregas mit zischendem Geräusche in das Bohrloch. Dieser Canal konnte jedoch nur eine Haarspalte gewesen seyn; denn das eingetretene Wasser stieg in der Stunde nur 0,4 Fuß hoch im Bohrloche an.

Diese Stelle wurde abermals ausgetraßt und nach dem Erhärten des Mörtels durchbohrt; als man jedoch wieder bis zu 36 Fuß Tiefe gekommen war, trat abermals Wasser und Kohlensäure in das Bohrloch. Wir sahen nun ein, daß weitere Versuche, diese Haarspalte zu verschließen, vergebens gewesen seyn würden. Um so weniger konnte darauf Bedacht genommen werden, da das eingedrungene Wasser eine Temperatur von 30°,5 R. hatte, mithin der höchsten durch das träge Thermometer ermittelten Temperatur nahe kam.

Bis zu einer Tiefe von 53 Fuß 7 Zoll hatten sich die Wasserzuflüsse nicht vermehrt. Von da an nahmen sie etwas zu; sie betrugen jedoch nur 1/22 Kubikfuß in der Stunde. Es waren daher noch einige Haarspalten entblößt worden, wie sich auch daraus ergab, daß das Bohrmehl Thonschiefer- und Grauwacken-Splitter heraufbrachte. Erst nachdem man mit dem Bohren ungefähr 2 1/2 Fuß tief in die obere Sandschicht gekommen war, mehrten sich die Wasserzuflüsse etwas; eine bedeutende Zunahme fand aber so lange nicht statt, als das Bohrloch in der oberen Sandsäule stand. Dieß und das ausgelöffelte, größtentheils aus cementirtem Sande bestandene Bohrmehl lieferte den Beweis, daß die obere Sandsäule durch die suspendirten Traßmörteltheile fast ganz cementirt worden war. Erst als die untere Mörtelsäule durchbohrt worden