Text-Bild-Ansicht Band 167

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und man auf die untere Sandsäule gekommen war, stiegen die Wasser in reichlicher Menge mit einer Temperatur von 32° R. auf.

Aus der Beschreibung dieser Bohrarbeiten ergibt sich, daß das Ausfüttern eines Bohrloches mit Traßmörtel und das nachherige Ausbohren desselben mit vielen Schwierigkeiten verknüpft und sehr langwierig ist. Es waren zu diesem Bohren bis zu einer Tiefe von 62 F. nicht weniger als 24 Arbeitstage erforderlich, und dennoch wurde der Zweck, ein vollkommen wasserdichtes Bohrloch zu erhalten, nicht erreicht. Im vorliegenden Falle war dieß zwar von keiner Bedeutung: in anderen Fällen, wo die Zuflüsse kalten Wassers tief hinabreichen, kann aber der Zweck, diese von den warmen Wassern aus der Tiefe zu sondern, gänzlich vereitelt werden.

Der oben erwähnte Umstand, daß durch das Stampfen der Traßmörtel aufgerührt wurde, gab Anlaß zu folgenden Versuchen. Nachdem während eines Vormittags ununterbrochen fort Traßmörtel in das Bohrloch geworfen und gestampft worden war, wurde diese Arbeit Nachmittags unterbrochen, um den Absatz der suspendirten Theile zu erwirken. Am Abend wurde die Tiefe bis zur Traßmörtel-Säule gemessen. Am anderen Morgen hatte sich diese Tiefe etwas vermindert; die suspendirten Theile hatten sich daher während der Nacht noch abgesetzt. Nun wurde unter fortgesetztem Stampfen so viel Traßmörtel eingetragen, daß derselbe, wenn er nicht aufgerührt worden wäre, das Bohrloch um ungefähr 8 F. hätte erhöhen müssen. Gleichwohl hatte sich die Tiefe des Bohrloches nicht vermindert; die ganze Menge des eingetragenen Traßmörtels war demnach durch das Stampfen aufgerührt worden, und hatte sich erst, als nicht mehr gestampft wurde, abgesetzt. Beim nachherigen Ausbohren ergab sich aber, daß der Mörtel an dieser Stelle eben so hart geworden war, wie an anderen Stellen, wo er mit dem Stampfer nur gelinde gepreßt wurde.

Diese Erfahrungen führten zu einem ganz anderen Princip des Austrassens der Bohrlöcher, welches wir zur öffentlichen Kenntniß und zur Benutzung in ähnlichen Fällen bringen.

Nachdem man nämlich in unter Wasser gestellte hölzerne Röhren eine dünne Traßmörtelbrühe hatte so lange fließen lassen, als noch Mörtel niederfiel, war derselbe nach vier Wochen steinhart und von dichtem, feinem und homogenem Korn, fast wie Marmor geworden. Derselbe Erfolg ergab sich, als in eine hölzerne Röhre eine verzinnte Blechröhre concentrisch gestellt und der Zwischenraum mit Traßmörtel- brühe sedimentirt wurde: die Blechröhre war so fest eingekittet, daß sie selbst nicht durch harte Hammerschläge auch nur zum Weichen gebracht