Text-Bild-Ansicht Band 167

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werden konnte. Nach dem Zerschlagen der hölzernen Röhre zeigte sich der Traßmörtel in Berührung mit der Blechröhre wie polirt, und wie innig er sich an dieselbe angelegt hatte, ergab sich daraus, daß in ihm ein genauer Abdruck der Naht der Röhre zu sehen war.

Von wesentlichem Einflusse ist es, daß der Traßmörtel nach einem richtigen Verhältnisse seiner Gemengtheile mit besonderer Rücksicht für den besondern Zweck dargestellt wird. Um dieses zu finden, wurde eine große Zahl von Traßmörtel-Proben nach sehr abweichenden Mengungs-Verhältnissen bereitet, und diese Proben zur Erhärtung unter Wasser gebracht. Die Zeit und der Grad der Erhärtung dienten als Maaßstab. Da der Mörtel zur Ausfütterung von Röhren dienen sollte, durch welche warme und an Kohlensäure sehr reiche Wasser aufstiegen, so war Bedacht zu nehmen, daß die Menge der Kalkerde so viel wie möglich vermindert und deßhalb ihre Auflösung durch die Kohlensäure beschränkt wurde. Allen diesen Anforderungen entsprach am besten das Verhältniß auf 1 Maaß Kalkbrei 2 1/2 Maaß gemahlener Traß; denn ein solcher Mörtel wurde innerhalb vier Wochen ganz steinhart, während Mörtel nach anderen Verhältnissen zusammengesetzt selbst nicht in längeren Zeiten so hart wie jener wurde.

In jenem Verhältnisse wurden die Gemengtheile unter Zusatz von Wasser innigst mit einander gemengt und geschlagen, bis der Mörtel eine steife, wie Gallerte zitternde Masse bildete. Diese Masse ließ man mehrere Stunden lang, selbst über Nacht, liegen, damit die Bildung von Silicaten gehörig von statten gehen konnte. Wird der Traßmörtel zur Ausfütterung auf sedimentärem Wege angewendet, so muß der Traß sehr fein gemahlen und gesiebt werden; denn enthält er grobe Körner, so setzen sich dieselben früher als die feinen Theile ab, und es bilden sich ungleichartige Schichten, welche theils überschüssigen Kalk, theils überschüssigen Traß enthalten, und wodurch undichte Massen entstehen.

Da sich das Volumen des Traßmörtels beim Erhärten, in Folge aufgenommenen Hydratwassers erweitert, so wird dadurch das feste Anschließen desselben an die Wände der Röhren, sowie seine Verdichtung sehr begünstigt; daher denn auch die oben bemerkte so starke Adhäsion des Mörtels an die inneren Wände der Eisenblechröhren.

Nach dem günstigen Erfolge aller dieser Versuche wurden zwei Bohrlöcher so tief, als sie durch das aufgeschwemmte Gebirge gehen, mit Traßmörtel auf sedimentärem Wege ausgefüttert.

In das erste, welches bis zu einer Tiefe von 34 Fuß niedergestoßen war, wurde Sand geschüttet, bis derselbe 1 1/2 Fuß hoch in die 8 Zoll weite Eisenblechröhre, womit das Bohrloch bis zum Thonschiefergebirge