Text-Bild-Ansicht Band 167

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ausgefüttert war, ragte. Hierauf wurde eine aus drei Theilen bestehende 6 Zoll weite Röhre von verzinntem Eisenblech von 31 1/2 Fuß Höhe eingesenkt. Damit sie concentrisch in jene Eisenblechröhre zu stehen kam, wurde an ihrem unteren Ende ein Kranz von Zinn, der nahe den Durchmesser der Eisenblechröhre hatte, angelöthet. Dieser Kranz war ausgezackt, damit man beim Einsenken der Röhre irgend einem Hindernisse in der Eisenblechröhre, etwa einer vorstehenden Schraube, durch Drehung jener Röhre leicht ausweichen konnte. Die untere Oeffnung der inneren Röhre war durch einen eingekitteten Gyps-Pfropf wasserdicht verschlossen. – Fig. 11, A, versinnlicht die ganze Einrichtung.

Das Niedersenken geschah durch allmähliches Eingießen von Wasser in die im Bohrloche schwimmende innere Röhre; man hatte es daher in seiner Gewalt, sie langsam und ohne alle Beschädigung zum Niedersenken zu bringen. Als das erste Drittel der Röhre eingesenkt war, wurde es fest geklemmt, das zweite Drittel senkrecht angelöthet und durch eingegossenes Wasser abermals niedergesenkt u.s.w. Während dieses Eingießens wurde die Röhre von Zeit zu Zeit festgeklemmt, um den Wasserstand in derselben mehrere Fuß über den äußeren im Bohrloche erhöhen und auf diese Weise prüfen zu können, ob nicht irgend eine undichte Stelle in der Löthung sich zeigte.

Nachdem das untere Ende der ganzen Röhre auf die eingeschüttete Sandlage gekommen war, wurde sie oben concentrisch befestigt, und Traßmörtel im breiartigen Zustande durch einen laugen Trichter in den Zwischenraum zwischen der äußeren und inneren Röhre gegossen. Der Brei verdünnte sich durch das Wasser im Bohrloche, und die Theilchen des suspendirten Mörtels setzten sich allmählich ab. Dieses Eingießen wurde so lange fortgesetzt, bis die trübe Brühe überfloß. Sobald sich das Wasser geklärt hatte, wurde mit dem Eingießen fortgefahren. Zweckmäßig ist es, die Nachtzeit zum Absetzen des Mörtels zu benutzen, und den anderen Morgen abermals einzugießen, bis wieder trübe Brühe überfließt. Dazu waren drei Tage erforderlich.

Nachdem der Traßmörtel innerhalb vier Wochen vollkommen erhärtet war, wurde das Wasser in der inneren Röhre ausgeschöpft, um sich zu versichern, ob der Mörtel in der ganzen Tiefe einen vollständig dichten Abschluß gebildet hatte. Da die Röhre gänzlich ausgeschöpft werden konnte, ohne daß neues Wasser zutrat, so hatte man diese Sicherheit erlangt. Als hierauf der Gyps-Pfropf mit dem Bohrer durchstoßen wurde, stieg das warme Wasser in der inneren Röhre auf. Der eingeschüttete Sand wurde endlich mit dem Löffelbohrer herausgeschafft, und das Bohrloch mit einem kleineren Bohrer noch bis zu einer Tiefe von 57 Fuß niedergetrieben.