Text-Bild-Ansicht Band 167

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einen Stützpunkt zu gewähren, ist zu verwerfen, da sich möglicher Weise an der Stelle wo dieser Stein eingesetzt würde, eine Spalte oder Schichtungsfläche hinabziehen könnte, durch welche die Mörtelbrühe bis zu bedeutender Tiefe fließen und diese Wasserzuführungs-Canäle verstopfen würde.

Ist man dagegen schon vor dem Niederstoßen eines Bohrloches entschlossen, dasselbe bis zu einer gewissen Tiefe auszutrassen, so hat man das Bohrloch in solcher Weite anzusetzen, daß, nach Abzug der festgestellten Dicke des Traßmörtelrings derjenige Durchmesser übrig bleibt, den man für das ganze Bohrloch wünscht. In diesem Falle kommt die innere Blechröhre auf die Sohle zu sitzen, bis zu welcher die Vertrassung reichen soll (Fig. 12, B), und nach dem Erhärten derselben wird das Bohren mit dem kleineren Bohrer fortgesetzt. Es ist klar, daß auf diese Weise der Ruhepunkt für die Blechröhre und für die Vertrassung am meisten gesichert ist. Da jedoch nach den oben mitgetheilten Erfahrungen der Traßmörtel-Ring mit der äußeren und inneren Röhre ein fest verbundenes Continuum bildet und er überdieß durch die vielen Schrauben und Nietnägel in der äußeren Röhre festgehalten wird, so gewährt auch der im Bohrloche gleichsam schwebende Ring eine genügende Sicherheit. Unter anderen Umständen, z.B. wenn die Vertrassung bis in das feste Gebirge fortgesetzt werden muß, ist es durchaus nöthig, daß die äußere Blechröhre eben so weit reicht; denn nur dann, wenn die Vertrassung in der Röhre endigt, ist man sicher, daß die Traßmörtelbrühe nicht seitwärts in Spalten oder Schichtungsflächen dringen und dieselben verstopfen kann.

LXVII. Ueber die Anwendung des Wasserglases zum Anstrich von Essen und Holzbauten; von E. Resch, k. k. Werkscontrolor zu Hirschwang bei Reichenau.50)

Im Jahre 1856 ordnete Hr. Sectionsrath P. Rittinger an, bei dem im Begriffe gewesenen Stahlhüttenbaue zu Hirschwang nächst Reichenau gelegentlich die Anwendung des Wasserglases zu versuchen.

Es stand eben eine Esse von 8 1/2 Klafter Höhe ausgeführt, zu deren

50)

Aus den „Erfahrungen im berg- und hüttenmännischen Maschinen-, Bau- und Aufbereitungswesen, zusammengestellt aus den Berichten der österr. k. k. und gewerksch. Berg-, Hütten- und Salinenbeamten von P. Rittinger, Jahrg. 1861. Wien, 1862.“